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Der imaginierte Ort, der (un)bekannte Ort

Zur Darstellung des Raumes in der Literatur

Series:

Anna Gajdis and Monika Manczyk-Krygiel

Die Monographie bietet einen Überblick über verschiedene Raumkonzepte der modernen Literaturforschung. Es werden Orte und Unorte, historische und gegenwärtige Regionen, mentale Räume der Kultur und Bildung, der Natur und Landschaften, die sich mit den Phänomenen der Exil- und Heimaterfahrung, Grenz- und Schwellenräume, Globalisierung, Migration und des Geschlechts auseinandersetzen, präsentiert. Die moderne Raumforschung ermöglicht auch, sowohl die Identitätskonstruktionen als auch die Zusammenhänge zwischen dem literarischen Subjekt und der anvisierten Raumkonstruktion zu erkunden. Der Band ist in drei Teile gegliedert, in denen unterschiedliche Räume von der Barockzeit bis zur Postmoderne in ihren geographischen, politischen, sozialen, kulturellen und virtuellen Varianten vom literarischen Individuum wahrgenommen werden.
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Überblendungen. Impressionistische Ansichten regionaler Räume in Wilhelm Holzamers rheinhessischen Romanen

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← 260 | 261 →KATHARINA WEISROCK(Nieder-Olm)

Überblendungen.Impressionistische Ansichten regionaler Räume in Wilhelm Holzamers rheinhessischen Romanen

Abstract: Der in Nieder-Olm bei Mainz geborene Schriftsteller Wilhelm Holzamer (1870–1907) gehört um 1900 zu jenen Kulturschaffenden, die im Vorfeld der Moderne nach einem zeitgemäßen Kunststil suchen. Sein unerwartet früher Tod hindert ihn, diesen Weg zu Ende zu gehen. Zwei Aspekte seiner Biographie sind wesentlich für die Raumgestaltung in Holzamers Erzähltexten: seine Landschaftserlebnisse in seiner Kindheit und seine Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Literatur und Kunst an seinen Wirkungsorten Darmstadt, Paris und Berlin. Zunehmend wird der Einfluss der impressionistischen Sehweise auf die Raumdarstellung in seinen literarischen Landschafts- und Technikbildern evident.

Seine Dorfromane, die in seiner Heimatregion Rheinhessen angesiedelt sind, schildern das dörfliche Leben zwischen 1860 und der Jahrhundertwende. Die örtlichen und landschaftlichen Gegebenheiten zeichnet Holzamer präzise nach der Natur und schildert ihre Erscheinung im subjektiven Blick seiner Protagonisten. In ihrer Wahrnehmung werden Landschaften zu Resonanzräumen von Erinnerungen, Stimmungen, Emotionen und Tagträumen. Fokussierte Details eines atmosphärischen Landschaftsbildes erscheinen darin plötzlich als Indiz eines individuellen, gesellschaftlichen oder technologischen Veränderungsprozesses, etwa der Umgestaltung der Landschaft durch den Eisenbahnbau.

Keywords: 1900, Dorfroman, Eisenbahnbau, Fensterblick, Impressionismus, Landschaft, Industrialisierung, Regionalliteratur, Rheinhessen, Wilhelm Holzamer

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