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Jazz, pouvoir et subversion de 1919 à nos jours / Jazz, Macht und Subversion von 1919 bis heute

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Pascale Cohen-Avenel

Pour la première fois, un ouvrage scientifique étudie le jazz et ses relations avec le pouvoir dans plus de 6 pays francophones, germanophones et russophones. Il s’interroge sur la valeur subversive du jazz dans la quête identitaire de la jeunesse contestataire, sur son rôle dans la propagande d’Etat de l’Est comme de l’Ouest, et dans la définition de soi des élites et des artistes des années 1920 à nos jours. Résolument internationale, la perspective choisie est également pluridisciplinaire.
Diese Studie widmet sich als erste in diesem Gebiet dem Jazz und seinen Beziehungen zu den Machthabern der jeweiligen Staaten. Der Fokus liegt auf verschiedenen deutsch-, französisch- sowie russischsprachigen europäischen Ländern. Untersucht wird, wie subversiv der Jazz in der Identitätssuche der Jugend wirkt, sowie seine Rolle in der staatlichen Propaganda, und in der Selbstdefinition der Eliten und der Künstler von den 1920er Jahren bis heute. Die Perspektive dieses Buches ist sowohl international wie interdisziplinär.
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Frankfurter Swing-Jugend: eigensinnige Lebensweisen: Kerstin Rathgeb

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KERSTIN RATHGEB

In diesem Beitrag geht es um die Swing-Jugend in Frankfurt während des Nationalsozialismus. Er soll Einblick in eine eigensinnige, auch subversive Lebensweise ermöglichen.

Der Begriff Eigensinn1 macht darauf aufmerksam, dass etwas als sinnvoll zu erachten oder etwas mit Sinn zu füllen mit einer Eigenleistung verbunden ist. Bspw. wenn wir über unser Leben erzählen, dann orientieren wir uns an einem (imaginären) roten Faden, wie das eine zum anderen kam oder man entgegen dieser Logik gehandelt hat. Dabei wird immer wieder Maß genommen an allerlei Erwartungen an andere und an sich selbst, aber ebenso an jenen Erwartungen, die wir unserem Gegenüber zuordnen oder unterstellen, dass er/sie diese an uns hat. Diesem Spannungsverhältnis kann man nicht entkommen.

Zum anderen verweist der Begriff Eigensinn auf Eigensinniges, eine Kontrapunktion, ein etwas anderes Denken und Handeln. Darin steckt Aufbegehren, Renitenz, ein: ‚ich mach das aber so, weil ich das so will’. Fast ist man geneigt zu sagen, es verweist auf Handlungen, die den Umständen nach, der Vernunft zum Trotz und unbedingt nicht sinnvoll erscheinen. Dabei ist das eigensinnige Handeln auf bestimmte Weise autonom und unabhängig.2 Bzw. ein Akt des Widersprechens und Widerstehens wie der Hartnäckigkeit insbesondere gegen die ← 67 | 68 → kapitalistischen Zwänge wie es im Lexikon zur Soziologie3 mit Bezug auf Negt/Kluge (1981) formuliert wird.

Das Phänomen Swing-Jugend hat damit viel gemein. Es geht um eigensinnige Alltagspraktiken während des Nationalsozialismus, in Zeiten „totaler...

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