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Substantivkomposita des Mittelhochdeutschen

Eine korpuslinguistische Untersuchung

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Eckhard Meineke

Das Buch untersucht die Semantik der Substantivkomposita des Mittelhochdeutschen. Grundlage ist das Korpus des Projekts «Mittelhochdeutsche Grammatik» von Th. Klein, K.-P. Wegera und H.-J. Solms. Der Autor bestimmt die aktuellen Bedeutungen der Belege in ihrem jeweiligen Überlieferungskontext, der möglichst vollständig mitgeteilt wird. Vor diesem Hintergrund werden die Wortbildungsbedeutungen der einzelnen Wörter angesetzt, die wiederum Grundlage der anschließenden semantischen Klassifizierung der Komposita sind. Das Bindungsverhältnis zwischen Grundwort und Bestimmungswort wird nach einem bereits für die Gegenwartssprache erprobten Raster ermittelt.

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1. Einleitung

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Die folgende Darstellung beruht auf dem Materialkorpus des Forschungsvorhabens „Mittelhochdeutsche Grammatik“ von Thomas Klein, Klaus-Peter Wegera und Hans-Joachim Solms. Durch das Suchprogramm des Projekts wurde eine Liste mit den Ansätzen mutmaßlicher Komposita erstellt, denen die Quellensiglen und die Belegzahlen für jede Quelle beigegeben sind. Aufgrund dieser Angaben wurden die Belegstellen in den Quellentexten anhand der Indices aufgesucht; es wurde die aktuelle Bedeutung der jeweiligen Belege aufgrund des Kontextes bestimmt1 und anhand dieser aktuellen Bedeutungen eine Wortbildungsbedeutung angesetzt. Nach Maßgabe der belegten Bedeutungen erfolgte sodann die semantische Klassifizierung der Substantive entsprechend dem Bindungsverhältnis zwischen Grundwort und Bestimmungswort und die Einordnung in einen Raster der semantischen Verhältnisse. Dieser Raster ist an die semantische Klassifizierung angelehnt, die in der Veröffentlichung der Innsbrucker Arbeitsgruppe für die Substantivkomposita der deutschen Gegenwartssprache2 verwendet wird.3 Deshalb werden in der Untergliederung dieses Buches auch die dort gebrauchten neuhochdeutschen Beispielwörter genannt. Diese haben gegenüber teilweise einsetzbaren mittelhochdeutschen Korpuslexemen den Vorteil der leichteren Erkennbarkeit der angesprochenen semantischen Relation. Selbstverständlich handelt es sich dabei in der vorliegenden Veröffentlichung um Bestandteile der Beschreibungssprache und nicht etwa um Korpusbelege.

Mitunter sind bei der semantischen Klassifikation mehrere Möglichkeiten der Einordnung gegeben, auf die bei den entsprechenden Bildungen hingewiesen ← 17 | 18 → wird. Bei bildlichen Ausdrücken ist mitunter keine eindeutige Lösung möglich. Auch erlauben nicht alle Kontexte eine Entscheidung für ein bestimmtes semantisches Paradigma. Exozentrische Komposita werden entsprechend ihrer kompositionsinternen Determinationsstruktur eingeordnet.

Die...

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