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Geschichte der Wald- und Forstgesetzgebung im Bundesland Schleswig-Holstein

Unter Einbeziehung der Entwürfe zu einem Reichsforstgesetz von 1940/42 und der Entstehung des Bundeswaldgesetzes von 1975

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Daniel Bischof

Der Autor behandelt die Entstehung der Wald- und Forstgesetzgebung Schleswig-Holsteins seit dem 17./18. Jahrhundert, ausgehend von den Holz- und Forstordnungen der Herzogtümer Schleswig und Holstein bis in die Zeit der modernen Waldgesetzgebung des Landes Schleswig-Holstein. Daneben untersucht er die reichs- bzw. bundesrechtlichen Entwicklungen auf dem Gebiet des Forstrechts, insbesondere die Entwürfe zu einem Reichsforstgesetz von 1940 und 1942 sowie die Entstehung des Bundeswaldgesetzes von 1975. Hierfür hat der Autor unveröffentlichte Materialien aus Archivbeständen, parlamentarische Quellen sowie die veröffentlichte Literatur ausgewertet. Inhaltliche Schwerpunkte bilden die Regelung des Waldbetretungsrechts und die Gesetzgebungszuständigkeit von Bund und Ländern auf dem Gebiet der Wald- und Forstgesetzgebung.

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Zweiter Teil: Forstgesetzgebung und weitere Pläne in der NS-Zeit (1933–1945)

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Zweiter Teil:  Forstgesetzgebung und weitere Pläne in der NS-Zeit (1933–1945)

Die Weimarer Politik vermochte die Probleme der Forstwirtschaft nicht zu lösen. Auch in den Jahren 1925 bis 1929 konnte der Bedarf an Nutzholz mit der inländischen Holzerzeugung nur zu etwa 63 % gedeckt werden, wobei sich die Lage der Forstwirtschaft in den folgenden Jahren der Weltwirtschaftskrise noch verschlechterte, in denen der Erlös für Nutzholz drastisch sank und gleichzeitig der Aufwand für Verwaltung, Betrieb und Personal anstieg.264 Nach der Machübernahme durch die Nationalsozialisten im Jahre 1933 wurde deshalb der Plan, mit Hilfe eines einheitlichen und abschließenden Forstgesetzes die gesamte forstrechtliche Materie zu regeln, erneut aufgegriffen.265 Aufgrund der Devisenlage Deutschlands und der Autarkiebestrebungen Hitlers sollte die Volkswirtschaft zu einer größtmöglichen Erzeugung gebracht werden.266 Forstpolitisches Ziel war dabei die Produktionssteigerung in allen Waldbesitzarten.267 Statistisch entfielen bei der Waldbesitzverteilung 33 % auf die Staatswaldungen, 17 % auf die Gemeinde- und sonstige Körperschaftswaldungen und 50 % auf die Privatwaldungen.268 Vom Privatbesitz befanden sich 35 % in freiem Besitz, 13 % in gebundenem Vermögen (Fideikommisse) und 2 % waren Gemeinschaftswaldungen. Die Staatswaldungen und Privatwaldungen in gebundenen Besitz lieferten in einer durchschnittlichen Jahresnutzung 4,5 und 4,0 Fm269 Derbholz270 (davon 2,8 und 2,6 Fm Nutzholz) pro Hektar und befanden sich damit bezüglich der Holzmasse bereits auf einem hohen Niveau. Der Kleinbetrieb (unter 100 ha) und insbesondere der Bauernwald waren hingegen weniger leistungsfähig. Letzterer...

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