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Lexikon der Science Fiction-Literatur seit 1900

Mit einem Blick auf Osteuropa

Christoph F. Lorenz

Das Lexikon enthält Informationen über Biographie, Werkanalyse und bibliographische Angaben wichtiger Autoren der deutschsprachigen «Fantasy» und Science Fiction im 20. und 21. Jahrhundert. Überblicksartikel befassen sich darüber hinaus mit Fragen des Genres, deutscher Literatur vor und nach 1945, skandinavischen Werken seit 1900, osteuropäischen Werken und angloamerikanischer Fiktion.

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Vom Unmöglichen zum Vorstellbaren. Zum Unterschied zwischen dem „Phantastischen“ Genre und der „eigentlichen“ Science Fiction (Hans Esselborn)

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Hans Esselborn

Vom Unmöglichen zum Vorstellbaren. Zum Unterschied zwischen dem „Phantastischen“ Genre und der „eigentlichen“ Science Fiction

Die literarische Gattung der Science Fiction zu bestimmen ist schwierig und, wenn man alle nationalen Besonderheiten, historischen Entwicklungen, verschiedenen literarischen Niveaus und Produktions- wie Rezeptionsweisen berücksichtigen wollte, nahezu unmöglich, weil die Konturen verschwimmen. So wie der Kriminalroman neben Verbrauchstexten, die in Millionenauflagen produziert und schnell vergessen werden, auch literarisch anspruchsvolle Texte umfasst, so existiert in der Science Fiction neben einer trivialen Massenproduktion mit Klischees und äußerlich verwendeten Motiven eine anspruchsvolle, eher wissenschaftliche und philosophische Linie, die eigentlich erst die Möglichkeiten des Genres ausschöpft. Der übliche Zugang zur Bestimmung der Gattung über die Nomenklatur ist problematisch, da diese in den verschiedenen Nationalsprachen voneinander abweicht. Die englische Version „Science Fiction“ erwies sich auf die Dauer und international gesehen – „als das erfolgreichste Etikett […]. In Deutschland, wo dieser Begriff erst Anfang der fünfziger Jahre übernommen wurde, verwandte man bis dahin Bezeichnungen wie […] ‚technischer Zukunftsroman‘, ‚phantastischer Abenteuerroman‘, ‚Roman aus der Zukunft der Technik‘, ‚phantastisch-naturwissenschaftlicher Roman‘, ‚utopistischer Roman‘ […] u. ä.“1.

Alle Bezeichnungen besitzen eine vergleichbare Struktur in der Verbindung eines literarischen Bereichs mit einem ursprünglich naturwissenschaftlichen. Dies gilt für die englische Bezeichnung und ihre französische Entsprechung. Aber auch die slawische Version der „wissenschaftlichen Phantastik“ (russ. „naučnaja fantastika“) folgt diesem Muster. Die früheren deutschen Begriffe: „technischer Zukunftsroman“ und „(wissenschaftlich-)utopischer Roman“ enthalten zusätzlich die Komponente des Zukünftigen...

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