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Die Genese volkswirtschaftlicher Inhalte sowie deren Status quo im Rahmen lernfeldbasierter Curricula des kaufmännischen Berufsbildungsbereichs

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Christoph Maus

Der Autor untersucht den Stellenwert volkswirtschaftlicher Inhalte innerhalb der kaufmännischen Berufsbildung. Während fachorientierte Lehrpläne durch enge inhaltliche Vorgaben gekennzeichnet sind, eröffnen lernfeldbasierte Rahmenlehrpläne mit Blick auf die unterrichtliche Umsetzung unterschiedliche inhaltliche Schwerpunktsetzungen. Der Autor zeichnet die fachliche Genese volkswirtschaftlicher Inhalte nach und prüft, welche Einflussfaktoren die unterrichtliche Relevanz volkswirtschaftlicher Inhalte beeinflussen. In diesem Rahmen stehen personelle Aspekte auf Seiten der Lehrpersonen sowie die Wirkung von Abschlussprüfungen im Fokus der Arbeit.

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7 Die Abschlussprüfung der IHK als inhaltskonstituierender Faktor

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Als Bedingungsfaktor schulischer Inhaltsgestaltung wird, insbesondere seitens praktisch tätiger Lehrkräfte konstatiert, dass die Abschlussprüfungen der Industrie- und Handelskammer (IHK) bedeutende inhaltliche Steuerungswirkung auf die thematische Auswahl der unterrichtlichen Inhalte besitzen, bis hin zu einer ausschließlichen Inhaltsausrichtung des Fachunterrichts anhand potentieller Prüfungsinhalte (vgl. Böhme/Scholz 2014, S. 4; Reetz 2006, S. 69; Rischmüller 2004, S. 180; Grigat/Gadow 2003, S. 2; Pätzold/Klusmeyer/Wingels et al. 2003, S. 254). Dies bedingt eine homogene Konzeption zwischen curricularen Grundlagen, inhaltlichen Prüfungsaufgaben, unterrichtsbegleitenden Materialien (insbesondere Schulbüchern) sowie praktisch-unterrichtlicher Umsetzung. Unter Berücksichtigung der bewerteten Zeitrichtwerte würde dies eine einseitige Unterrichtskonzeptionierung unter der Prämisse prüfungsrelevanter Stoffauswahl bedeuten, so dass die konzeptionell vorgesehenen unterrichtlichen Freiräume, die den Lehrkräften von Seiten der KMK zugestanden werden, nur äußerst beschränkt nutzbar wären (vgl. Krüger 2014, S. 61f.).

Untersuchungsgrundlage stellen die Abschlussprüfungen der betrachteten Ausbildungsgänge aus dem Sommer 2014 dar.419 Untersucht wird der Prüfungsbereich ‚Wirtschafts- und Sozialkunde‘, da nur innerhalb dieses Bereichs volkswirtschaftliche Inhalte prüfungsrelevant erscheinen. Innerhalb des Prüfungsteils ‚Wirtschafts- und Sozialkunde‘ sind in jedem einzelnen Bildungsgang maximal 100 Punkte bei differenter Aufgabenanzahl zu erreichen. Innerhalb einzelner Bildungsgänge liegen keine differenten Gewichtungen zwischen einzelnen Aufgaben vor, so dass sich die 100 zu erreichenden Gesamtpunkte gleichmäßig auf sämtliche Einzelaufgaben des Prüfungsbereiches ‚Wirtschafts- und Sozialkunde‘ aufteilen.420 Die Gewichtung volkswirtschaftlicher Inhalte innerhalb des Prüfungsbereiches ‚Wirtschafts- und Sozialkunde‘ gestaltet sich unter quantitativer Prämisse heterogen:...

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