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Österreichische Landesausstellungen

Entstehung, Funktion & regionale Bedeutung

Regina Stein

Nahezu jeder in Österreich kennt sie: Landesausstellungen. Doch weshalb und durch wen werden sie organisiert und was macht sie so besonders? Seit wann und an welchen Orten finden Landesausstellungen statt und welchen Nutzen bringen sie in der Peripherie? Auf welche Weise verändern sie Blickwinkel – und sind Landesausstellungen heute nicht eigentlich überholt?

Diesen und anderen Fragen geht die Autorin in ihrer Studie nach: Sie befragt Ausstellungskuratoren und Kulturpolitiker, Architekten und Gestalter, Denkmalpfleger und Tourismusplaner, recherchiert auf Burgen, in Museen, Archiven, Klöstern, Kirchen, Gärten, Bergwerken und Kasematten – und stößt auf ein facettenreiches und buntes Bild lebendiger regionaler Identitäten, die zusammen eines ausmachen: das Kulturland Österreich.

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G. Internationalisierung

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G.1. Kooperation & Export von Know-How

Der Bundesländer übergreifende Vergleich zeigt, dass in Niederösterreich, Tirol und Salzburg ab Mitte der 1980er Jahre zunehmend Themen nicht nur regional, sondern in ihrer internationalen Bedeutung aufgearbeitet wurden.1607 Landesausstellungen verharren offensichtlich nicht in einem ausschließlich gedenkenden, retrospektiven und dokumentarischen Charakter, sondern entwickeln sich inhaltlich wie organisatorisch weiter: Das Kapitel zu Kritik & Reaktion hat gezeigt, dass aus den Reihen der Politik und der Öffentlichkeit eine Modernisierung und Anknüpfung der Themen an die gegenwärtige Erfahrungswelt gefordert wurde. Darüber hinaus führte die Öffnung der Grenzen dazu, dass in den 1990er Jahren vermehrt auch von außen Interesse signalisiert und Anfragen betreffs des erfolgreichen Konzepts Landesausstellung eintreffen, die zu Kooperationen und einem „Wissensexport“ der langjährigen Erfahrung führen. Gerade die Erfahrungen aus der Dezentralisierung von Landesausstellungen als strategisches Instrument der Regionalpolitik vor allem in strukturschwachen Randregionen führt dabei zu einer engeren Zusammenarbeit mit den internationalen Nachbarn zur Erarbeitung der Geschichte gemeinsamer grenzüberschreitender Kulturräume. Diese fortschreitende Internationalisierung von Landesausstellungen und ihre neuen Horizonte sollen im Folgenden näher aufgezeigt werden.

1.1. Zusammenarbeit mit den deutschsprachigen Nachbarn – Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen

Bereits Mitte der 1980er Jahre gab es Annäherungen zwischen dem Land Salzburg und dem Freistaat Bayern, beruhend auf langjährigen Kontakten zwischen den Museen1608, im Jahr 1988 eine gemeinsame Landesausstellung zum Thema „Die Bajuwaren. Von Severin bis Tassilo 488–788“ im bayerischen Rosenheim und in Mattsee im...

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