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Die Abgeordneten des Preußischen Landtags 1919–1933

Biographie – Herkunft – Geschlecht

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Barbara von Hindenburg

Die Studie befasst sich mit den Abgeordneten, die zwischen 1919 und 1933 in die Verfassunggebende Preußische Landesversammlung und den Preußischen Landtag gewählt wurden. Unter den knapp 1.400 Abgeordneten waren nach der 1918 erfolgten Einführung des Frauenwahlrechts erstmals auch Parlamentarierinnen. Die Herkunft der Abgeordneten bis zu ihrem Einzug in den Landtag wird in fraktions- und erstmals in geschlechtervergleichender Perspektive analysiert. Eine Grundlage der Analyse sind die Biographien der Abgeordneten, die von der Verfasserin zugleich in einem ‚Biographischen Handbuch‘ vorgelegt werden. Die Untersuchung wendet die zentralen Kategorien ‚historische und familiale Generation‘ sowie ‚Raum‘ an.

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III. Raum und Region

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III.  Raum und Region

Um Grenzen und Handlungsräume der Abgeordneten aufzuzeigen, und auch, um eine akteursorientierte Perspektive einzunehmen, erscheint die Kategorie Raum – wie einleitend erläutert – besonders geeignet. Die Kategorie Raum wird als absoluter Raum angewendet, um nach besonderen Voraussetzungen, Beschränkungen oder Handlungsmöglichkeiten in einzelnen Regionen oder Kommunen zu fragen. Nach der Region zu fragen, eröffnet einen ersten Zugang. Um Erweiterungen oder Begrenzungen als soziale, dynamische, handlungsrelevante und diskursive Prozesse zu untersuchen, wird die Kategorie Raum als sozialer Raum angewendet. Dabei wird deutlich, dass Grenzen und Handlungsräume häufig diskursiv festgelegt wurden, dass sie Aushandlungsprozessen unterlagen und dass sich Grenzen und Handlungsräume veränderten. Nach Heinz-Gerhard Haupt hat die Aufnahme der Raummetapher in die neue Politikgeschichte den Vorteil, „dass sie nicht von einem vorgegebenen Begriff des Politischen ausgeht, sondern jeweils spezifisch bestimmt, welche Akteure, Institutionen und Semantiken zu einer bestimmten Zeit legitimerweise dem Politischen zugeordnet werden bzw. welche Akteure andere Zuordnungskriterien entwickeln.“1

Aus den genannten Gründen wird in diesem zweiten Hauptkapitel die geschlechtergeschichtliche Perspektive zwar beibehalten, der Schwerpunkt liegt aber auf der weiblichen. Hier stellt sich insbesondere die Frage, wie und wo einzelne Parlamentarierinnen vor der Einführung des Frauenwahlrechts politisch agierten und ob das Jahr 1908 mit der Zulassung der Frauen zu den politischen Parteien entscheidende Veränderungen mit sich brachte. Aufgrund der sehr guten Quellenlage zur schlesischen Frauenbewegung durch eine für viele Jahrgänge vorliegende Vereinspublikation und dank der autobiographischen Gedichte...

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