Show Less
Restricted access

Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 - Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 10

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Literaturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Experimentelle Gegenwartsliteratur». Darauf folgt die Sektion «Neue Realismen. Formen des Realismus in der Gegenwartsliteratur», bevor die Sektion «Ökologie und Umweltwandel in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur» dokumentiert wird. Die Sektion «Entwicklungstendenzen der deutschen Literatur nach 1989/90. Neueste deutschsprachige Literatur als Speicher zeitgenössischer Identitätsmodelle» beschließt den Band.

Show Summary Details
Restricted access

Ich, Aléa Torik. Identität als literarisches Experiment im Schreiben Claus Hecks (Sarah Koellner)

Extract

Sarah Koellner (Nashville, USA)

Ich, Aléa Torik. Identität als literarisches Experiment im Schreiben Claus Hecks

Wenn im literarischen Jahresrückblick der Encyclopaedia Britannica der Roman Aléas Ich als „one of the strangest novels of 2013“ (Brockmann 2014, S. 276) bezeichnet wird, ist dafür weniger das autofiktionale Spiel der Autorenfigur Aléa Torik entscheidend, die den eigenen Entstehungsprozess ihres Romans literarisch inszeniert, sondern vielmehr das Versteck des Autors Claus Heck, der sich hinter der Kunstfigur Aléa Torik verbirgt. Doch was mit großem Interesse im Feuilleton verhandelt wurde (vgl. Schaschek 2013) – ein männlicher deutscher Autor erschreibt sich ein weibliches rumänisches Ich -, erscheint bei genauer Betrachtung des Paratexts als eine gekonnte ästhetische Inszenierung von Identität.

Alea (lat. der Würfel; aleator, lat. der Würfelspieler) ist die bestimmende Figur in Hecks Schreiben und manifestiert sich schon in der Namensgebung der fiktionalen Autorin, die zunächst durch ihren gleichnamigen Blog in die Öffentlichkeit tritt. Gleichzeitig erinnert der Autorinnenname an das musikalische Kompositionsprinzip Aleatorik, das nach Döhl „dem Interpreten Leerstellen zur Verfügung stellt, um derart jeweils andere Ergebnisse erzielen zu können“ (Döhl 1994, S. 27). Aleatorik gewann im 18. Jahrhundert, als ‚zufällig gefügter Text‘, durch sein hohes selbstreflexives Potential in der Literatur an Einfluss und wurde in Form der Écriture automatique, des Zufalls- oder Würfeltexts, ferner auch in digitalen Texten, die auf zufälliger Anordnung ihrer Textbausteine bestehen, als textuelles Kompositionsprinzip im...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.