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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 - Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 10

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Literaturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Experimentelle Gegenwartsliteratur». Darauf folgt die Sektion «Neue Realismen. Formen des Realismus in der Gegenwartsliteratur», bevor die Sektion «Ökologie und Umweltwandel in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur» dokumentiert wird. Die Sektion «Entwicklungstendenzen der deutschen Literatur nach 1989/90. Neueste deutschsprachige Literatur als Speicher zeitgenössischer Identitätsmodelle» beschließt den Band.

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Poetologische Clownerie. Ann Cotten aka Stabigabi1 als Element einer „Theorie des schlechtesten Werkzeugs“ (Claus Telge)

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Claus Telge (Osaka, Japan)

Poetologische Clownerie. Ann Cotten aka Stabigabi1 als Element einer „Theorie des schlechtesten Werkzeugs“

Mit Ann Cotten, Daniel Falb, Hendrik Jackson, Steffen Popp und Monika Rinck tauschen sich in Helm aus Phlox. Zur Theorie des schlechtesten Werkzeugs (2011) fünf deutschsprachige Gegenwartslyriker über das Machen und die Machart zeitgenössischer Dichtung aus. Dieses Konvolut, das immerhin 20 Kapitel, die über mehr als 300 Seiten verteilt sind, umfasst, ist das Ergebnis eines geschlossenen Weblogs, das von den Autoren unter dem Namen STABIGABI – eine ironische Abwandlung der Versendung „Stäbe gäbe“ aus Rilkes Der Panther – im Frühjahr 2008 implementiert wurde. Der Teilhabe am Schreibprozess liegt dabei eine Spielregel zugrunde: Keiner der Teilnehmenden bloggt unter seinem Autorennamen. Per Losverfahren werden die Sigel Sg1-Sg6 zugeteilt: Sg1 für Ann Cotten, Sg2 für Hendrik Jackson, Sg3 für Monika Rinck, Sg4 für Daniel Falb und Sg6 für Steffen Popp. Durch die Figurwerdung im literarischen Weblog verblassen die fest umrissenen Konturen von personaler und Avatar-Identität,1 was zugleich eine Umkodierung der symbolischen Ordnung von Autor, Leser und Figur zur Folge hat.

Ein solcher Interaktionsmodus ermöglicht den STABIGABIS eine werkübergreifende Form der Autorenpoetik, weil die abgefassten Einträge immer die Eigenschaft besitzen, eine Verbindung zum Netzwerk des kollektiven Äußerungsgefüges herzustellen. Aus dem gesammelten Material kompiliert jeder Autor bzw. jede Autorin drei bis vier Kapitel, so dass allen „eine mehr oder weniger relative Autorschaft“ (Cotten u. a. 2011, S...

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