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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 - Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 10

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Literaturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Experimentelle Gegenwartsliteratur». Darauf folgt die Sektion «Neue Realismen. Formen des Realismus in der Gegenwartsliteratur», bevor die Sektion «Ökologie und Umweltwandel in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur» dokumentiert wird. Die Sektion «Entwicklungstendenzen der deutschen Literatur nach 1989/90. Neueste deutschsprachige Literatur als Speicher zeitgenössischer Identitätsmodelle» beschließt den Band.

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Fiktion in der Fiktion. Die Katastrophe als journalistische Paränese in Jürgen Lodemanns Novelle Fessenheim (2013) (Florian Maria König)

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Florian Maria König (Heidelberg, Deutschland)

Fiktion in der Fiktion. Die Katastrophe als journalistische Paränese in Jürgen Lodemanns Novelle Fessenheim (2013)

Jürgen Lodemanns Erzählung Fessenheim ist die erste Novelle der deutschsprachigen Literatur, die sich der Reaktorkatastrophe vom 11. März 2011 im japanischen Kernkraftwerk Fukushima widmet. Dass Lodemann hierfür die Gattung der Novelle gewählt hat, ist eine Besonderheit des literarischen Erzählens über Fukushima, in dem Romane dominieren.1 Vorangestellt ist Lodemanns Erzählung eine programmatisch verkürzte Version von Goethes berühmter Novellendefinition: „Denn was ist eine Novelle anderes als eine unerhörte Begebenheit“.2 Mit dem Verweis auf Goethe wird eine Lektüreanweisung gegeben, die durch den generischen Untertitel Novelle bekräftigt wird. Im Folgenden werden daher insbesondere die Gattungsbezüge der Erzählung in den Blick genommen. Dabei sollen zunächst intertextuelle Verweise auf Kleist beleuchtet und anschließend die programmatische Dimension von Goethes Novellendefinition für die Analyse der Katastrophe genutzt werden.3

Lodemanns Novelle imaginiert ein „,deutsches Fukushima‘“ (JL 36): Einen GAU am 9. August 2012 im elsässischen Atomkraftwerk Fessenheim unmittelbar an der französisch-deutschen Grenze, ausgelöst durch ein Erdbeben bei Kon←213 | 214→stanz bzw. einen Tsunami im Rhein (JL 7–18). Das Erzählen über die Katastrophe nimmt dabei Anleihen bei der wohl prominentesten und wirkmächtigsten Erdbebendarstellung der deutschen Literatur, Heinrich von Kleists Novelle Das Erdbeben in Chili.4 Ebenso wie Kleists Erzählung beginnt auch Lodemanns Novelle mit einem Erdbeben....

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