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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 - Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 10

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Literaturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Experimentelle Gegenwartsliteratur». Darauf folgt die Sektion «Neue Realismen. Formen des Realismus in der Gegenwartsliteratur», bevor die Sektion «Ökologie und Umweltwandel in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur» dokumentiert wird. Die Sektion «Entwicklungstendenzen der deutschen Literatur nach 1989/90. Neueste deutschsprachige Literatur als Speicher zeitgenössischer Identitätsmodelle» beschließt den Band.

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Der falsche Inder – Abbas Khiders fiktionalisierte Lebensbeschreibung (Carola Hilmes)

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Carola Hilmes (Frankfurt a.M., Deutschland)

Der falsche Inder – Abbas Khiders fiktionalisierte Lebensbeschreibung

Im Genre der Autobiografie wird die Frage nach der Identität besonders eindringlich gestellt: Wer bin ich? Genauso wichtig aber ist die Frage nach dem Stil: Wie kann ich meine Geschichte erzählen? Denn erst eine spezifische Schreibweise und Erzählstruktur beglaubigt Individualität. Es geht also nicht nur um Historie, eine wahre Geschichte, sondern auch um einen gelungenen Text, um stilistische Verdichtung der Erfahrung. Mit seinem Debütroman Der falsche Inder (2008) erprobt Abbas Khider, 1973 in Bagdad geboren und seit 2000 in Deutschland lebend, unterschiedliche Möglichkeiten, von seiner Flucht aus dem Irak durch mehrere Länder des Mittelmeerraums zu erzählen. In acht Kapiteln setzt er immer wieder neu an. Für seine „Selbsterfindung als Autor“1 wählt er einen Romanpakt, d. h. bewusst legt er falsche Fährten und schafft so einen Reflexionsraum für die Frage nach der Identität in einem existenziellen wie in einem literarischen Sinne.

1. Rahmung: Topos vom gefundenen Manuskript

Auf seiner Zugfahrt von Berlin nach München findet der namenlos bleibende Ich-Erzähler einen Umschlag mit einem Manuskript, das auf Arabisch geschriebene Erinnerungen enthält. Neugierig geworden liest er diesen von einem gewissen Rasul Hamid verfassten Lebensrückblick. Am Ende des Romans – der ICE ist pünktlich in München angekommen – stellt sich heraus, dass es sich bei dem durch Zufall gefundenen Text um die Autobiografie des Ich-Erzählers...

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