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Das Patrozinium

Eine kirchenrechtliche Darstellung mit besonderer Berücksichtigung des titulus ecclesiae gemäß c. 1218 CIC/83

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Andreas E. Graßmann

Das Buch bietet eine systematische Darstellung des Patroziniums, näherhin des Kirchenpatroziniums sowie des titulus ecclesiae gemäß c. 1218 CIC/83. Das Patrozinium stellt im Leben und in der Frömmigkeit der katholischen Kirche eine Realität dar, die nur selten hinterfragt wird. Kirchenwidmungen und Kirchendedikationen gehören jedoch zu den wichtigsten Feiern für das Leben einer Ortskirche und viele kirchenrechtliche Detailfragen schließen sich an Bau, Widmung und Weihe einer Kirche an. Der Autor analysiert speziell die rechtshistorische Evolution sowie die geltende universalkirchenrechtliche Normierung aus theologischer sowie kanonistischer Perspektive.

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3. Kirchenpatrozinium und Kirchentitel als Forschungsgegenstände der Geschichtswissenschaft

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3.  Kirchenpatrozinium und Kirchentitel als Forschungsgegenstände der Geschichtswissenschaft

Abseits der theologischen Wissenschaft firmierte das Konzept des Patroziniums lange Zeit nicht als eigenständiger Forschungstopos bzw. bildete keinen eigenen Forschungsgegenstand zur Untermauerung anderweitiger Forschungstheorien und Hypothesen. Beginnend im 18. Jh. und intensiviert im 19. Jh. wurden einzelne Historiker gewahr, welches Potenzial die systematische Erfassung und Auswertung der Patroziniumsverhältnisse der mitteleuropäischen Sakrallandschaft birgt. Das langsame Anwachsen der Beschäftigung mit den Kirchenpatrozinien zu einem eigenen historischen Forschungszweig beschreibt Helmut Weigel wie folgt:

„Das am vielästigen Baum der historischen Wissenschaften kaum bemerkt und in langsamem stoßweisem Wachstum sich bildende Zweiglein der Patrozinienkunde […] hat sich trotz der Ungunst der Zeiten auch ohne eine zielbewußte, seiner Eigenart gemäße Pflege, lediglich unter der sanften, behutsamen und unermüdlichen Fürsorge einzelner Freunde gedeihlich zu einem lebenskräftigen Ästchen mit mancherlei Seitentrieben entwickelt. Und wer heute den mächtigen Baum mit freudigen oder kritischen Augen betrachtet, wird diesen treibenden Sproß und die an ihm hängenden Früchte nicht mehr übersehen.“359

Die Evolution der Patrozinienforschung ist dabei im Laufe der Jahre „dem Auf- und Ausbau der modernen territorialgeschichtlichen Arbeitsweise gefolgt, und sie ist dabei zu einem anerkannten Spezialzweig der Geschichtswissenschaft geworden.“360 Maßgeblich für die Entwicklung der Patrozinienkunde zu einem eigenen Forschungszweig der Geschichtswissenschaft war die Einsicht, „daß die Patrozinien nicht willkürlich über das Land verstreut sind, und daß die Wahl eines bestimmten Patrons kein blo...

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