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Textsemantik des Antezedenten und semantische Funktion des Relativsatzes

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Manuel Kraus

Der Autor weist in seiner Analyse nach, dass die Textsemantik des Antezedenten die semantische Funktion des Relativsatzes bestimmt und sich erst daraus ableiten lässt, ob ein Relativsatz «identifizierend» oder «prädizierend» ist. Das Buch thematisiert darüber hinaus die Zusammenhänge zwischen der Morphosyntax des Relativsatzes und der semantischen Funktion des Relativsatzes. Hierbei analysiert der Autor die Kasus des Antezedenten und des Relativpronomens sowie die Kontakt- oder Distanzposition des Relativsatzes. Er stellt heraus, welche spezifischen Charakteristika für die Zwischenelemente vor dem Relativsatz bei Distanzposition sowie für die Restelemente nach dem Relativsatz bei Kontaktposition in Frage kommen.

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0. Einleitung

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0. Einleitung

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist eine Klärung des Zusammenhangs zwischen der Textsemantik des Antezedenten und der semantischen Funktion des Relativsatzes unter Berücksichtigung des Kontextes. Mit „Textsemantik“ ist hier die Eingeführtheit oder Uneingeführtheit des Antezedentennomens im Text gemeint. Als „eingeführt“ gilt dasjenige Antezedentennomen, über das im Text bereits die Rede ist. Hingegen wird das Antezedentennomen als „uneingeführt“ kategorisiert, wenn es zum ersten Mal neu in den Text eingeführt wird. Entgegen der bisherigen Beschäftigung mit dem Relativsatz in der einschlägigen Forschungsliteratur wird dabei der Schwerpunkt nicht auf isolierte Satzeinheiten1 gesetzt, sondern im Sinne einer textsemantischen Auffassung, wie sie z. B. von Schwarz/Chur vertreten wird, die Aufmerksamkeit auf den „Textzusammenhang“2 gelenkt, um den Umstand deutlich zu machen, dass nicht nur der Relativsatz und sein Antezedent allein, sondern auch die dem Relativsatz und dem Antezedenten vorangehenden bzw. nachfolgenden Sätze innerhalb vom „Text semantisch-konzeptionell in bestimmten Relationen zueinander stehen“3.4 Anders als in vielen zu dieser Thematik veröffentlichten Abhandlungen schließt sich diese Arbeit keiner bestimmten semantischen Auffassung an, lehnt sich jedoch an das←13 | 14→ von Schwarz5 sowie Schwarz/Chur ausgearbeitete sprachtheoretische Modell einer Semantik im kognitiv-linguistischen Sinne an. Gemeint ist damit der Bezug auf die sprachliche Umgebung von Sätzen und deren textinternes sowie textexternes, d. h. außersprachliches Verstehen wie Weltwissen oder diskursive Bekanntheit.6 Die textsemantische Analyse schließt sich dabei ausdrücklich keiner spezifischen Definition der Kognitiven Linguistik an, da dem Standpunkt von Schwarz entsprechend...

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