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Eine kriminologisch-strafrechtliche Untersuchung von Zwangsprostitution in Deutschland mit dem Fokus auf Osteuropäerinnen

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Susanne Witz

Dieses Buch befasst sich mit der Untersuchung des Phänomens «Zwangsprostitution» in Deutschland. Nach einer kurzen Darstellung des Milieus der freiwilligen Prostitution untersucht die Autorin Hintergründe und Erscheinungsformen von Zwangsprostitution fachbereichsübergreifend. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf den osteuropäischen Betroffenen. Durch Auswertung der von der Autorin eigens dazu geführten Opferinterviews sowie polizeilicher Kriminalstatistiken erfolgt eine dezidierte Betrachtung des dem Phänomen zugrundeliegenden Milieus mitsamt seiner Akteure. Anschließend nimmt die Autorin eine strafrechtliche Bewertung der im Komplex «Zwangsprostitution» begangenen Straftaten vor. Hierbei bezieht sie sich auch auf die Novellierung des Sexualstrafrechts sowie auf das Prostituiertenschutzgesetz.

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1. Kapitel: Darlegung der Begrifflichkeiten im Rahmen des Prostitutionsmilieus im Allgemeinen und Festlegung des Forschungsfelds

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A. Darlegung von Begrifflichkeiten im Prostitutionsmilieu

Zu Beginn dieser Arbeit ist zunächst eine genaue begriffliche Bestimmung des Wortes „Prostitution“ erforderlich. Schmutz, Geld, Netzstrumpfhosen, weiße Stiefel, dunkle Gassen oder riesige Bordelle sind einige der ersten Assoziationen, die einem bei dem Gedanken an Prostitution spontan in den Sinn kommen. Doch was genau ist Prostitution wirklich? Ist Prostitution tatsächlich das, was von Außenstehenden, solchen, die bisher nicht mit ihr in Berührung kamen, reflexartig assoziiert wird?

Wo fängt freiwillige Prostitution überhaupt an und für den Kernaspekt dieser Arbeit viel entscheidender: Wo hört sie auf?

Diese grundlegenden Fragen hinsichtlich Begriffsbestimmungen und terminologischen Abgrenzungen gilt es bereits im Vorfeld weiterer Ausführungen zu klären, da eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema „Zwangsprostitution“ lediglich nach einer genauen Festlegung des Forschungsfelds möglich ist.

Um das Phänomen der in Deutschland florierenden Zwangsprostitution in all ihren Facetten zu erfassen und ihr so gerecht zu werden, ist es vorab erforderlich, das Milieu der freiwilligen, also legalen Prostitution zumindest in ihren Grundzügen zu durchleuchten und deskriptiv darzulegen. Nur durch eine im Vorfeld erfolgte Befassung mit dem Milieu der legalen Prostitution können, unter Abgrenzung zu dieser, Aussagen für das Milieu der Zwangsprostitution getroffen werden. Erst wenn geklärt ist, was „klassische“, legale Prostitution ist, wie das Milieu strukturiert ist, welche Hierarchien vorherrschen, welche Arbeitsweisen verbreitet sind oder welche Macht- und Abhängigkeitsgeflechte bestehen, können qualifizierte Aussagen zur Zwangsprostitution...

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