Show Less
Restricted access

Das preußische Fideikommiss

Studien zu seiner nationalökonomischen Funktion im Übergang zum imperialistischen Kapitalismus

Fusao Kato

Die wirtschaftshistorische Untersuchung thematisiert mit dem preußischen Fideikommiss ein altes, traditionelles Rechtsinstitut, dessen Ursprung weit ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Dadurch wird es oftmals als ein unzeitgemäßes Phänomen behandelt, das lediglich eine reaktionäre oder rückschrittliche Rolle gespielt habe. Dieses Desinteresse gilt auch Max Weber und seiner Abhandlung zur Fideikommissfrage. Dieses Buch überprüft, ob Webers Arbeit weiterhin in der Forschung vernachlässigt werden darf. Es wirft die Frage auf, ob Weber ein rundweg negatives Urteil abgegeben hat, und weist darauf hin, dass die Besitzer der preußischen Fideikommisse nicht nur aus dem Inland kamen, sondern aus breit gestreuten Gebieten Europas. Die Analyse gilt den inter- wie transnationalen Aspekten der vielfältigen Problematik und beleuchtet die Wirklichkeit der Fideikommisse im Übergang zum imperialistischen Kapitalismus.

Show Summary Details
Restricted access

III. Auflösung der Fideikommisse

Extract

← 98 | 99 →

III.   Auflösung der Fideikommisse

A)   Das Beispiel des Sanierungsversuchs der Grafschaft Dohna in Ostpreußen

1.   Einleitung

Wie oben erwähnt hob Max Weber hervor, dass ein großes Fideikommiss von 4.000 bis 5.000 ha Größe, das viele landwirtschaftliche Großbetriebe von über 100 ha umfasste, sich in einer völlig anderen Lage befinde als die in ihrer Mehrheit etwa zwölfmal kleineren Fideikommisse, die zwar auch ein Grundeigentum von bis zu 400 ha umfassen konnten, denen aber eine planvolle Neugestaltung des Gutes von vornherein unmöglich sei.247 Auf der Basis dieser „Grundbesitztheorie im engeren Sinn“, die in Webers Analyse zum Fideikommiss skizziert wird, habe ich bereits eine Analyse über die „vereinigte Grafschaft Dohna“248 in Ostpreußen unternommen, die mit einer Fläche über 20.000 ha ein Beispiel für ein solches große Fideikommiss am Ende des 19. Jahrhunderts darstellt.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.