Show Less
Restricted access

Die rechtliche Einordnung und der Umfang der Schadensersatzhaftung aus dem Abbruch von Vertragsverhandlungen

Series:

Daegyu Sung

Die zivilrechtliche Haftung unterliegt traditionell dem dichotomischen System von «Vertrags- und Deliktshaftung». Dieses Verständnis kann sich jedoch je nach verschiedenen Rechtsordnungen ändern, wie zum Beispiel in Deutschland oder in Korea. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich der Autor mit der Feststellung der rechtlichen Einordnung und des Umfangs der Schadensersatzhaftung aus dem Abbruch von Vertragsverhandlungen. Bei Vertragsverhandlungen sind trotz sogenannter Vertragsfreiheit das rechtsgeschäftsähnliche Schuldverhältnis und die sich daraus ergebende Schadensersatzhaftung vor allem gemäß § 311 Abs. 2 Nr. 1 BGB anzuerkennen. Dabei ist der Umfang des Schadensersatzes je nach Erscheinungsformen des Verhandlungsabbruchs aufgrund der Begriffe des negativen und positiven Interesses zu bestimmen.

Show Summary Details
Restricted access

Ergebnis

Extract



In dieser Arbeit geht es um die Feststellung der rechtlichen Einordnung und des Umfangs der Schadensersatzhaftung aus dem Abbruch von Vertragsverhandlungen. Zusammenzufassen sind diese zwei Aufgaben im Ergebnis wie folgt:

Zunächst unterliegt die zivilrechtliche Haftung traditionell sowohl im römischen Recht als auch im BGB dem „dichotomischen Gedanken“; insofern bilden die Vertrags- und Deliktshaftung als rechtliche Einordnung von Rechtsfolgen der Haftung de lege lata die beiden Säulen für den Schadensersatz im Privatrecht; ferner unterscheiden sich die Rechtsfolgen je nach der Haftung. Unter dieser begrifflichen Betrachtung des dichotomischen Haftungssystems kann vornehmlich davon gesprochen werden, dass sowohl der zentrale Charakter jeder Haftung unter dem ursprünglichen und entwickelten Gesichtspunkt in der voneinander abweichenden Herkunft liegt, als auch, dass der Geschädigte durch die rechtliche Einordnung von Rechtsfolgen in die Vertragshaftung (= außerdeliktische Haftung) teilweise eine vorteilhafte Stelle einnehmen kann. Vor diesem Hintergrund ist ebenfalls zu betonen, dass sich die rechtliche Einordnung einer Haftung aus vorliegendem Fall danach richtet, ob eine Pflicht, die den Verhandlungsparteien eines Vertrags auferlegt wird, bereits im Stadium der Verhandlungsführung als erhöhte, schuldrechtliche Sorgfaltspflicht zu qualifizieren ist. Dies ist wiederum davon abhängig, was unter der ursprünglichen und entwickelten Rechtsnatur von den zwischen solchen Parteien vorhandenen Schutzpflichten verstanden wird. Bei dieser Abgrenzung der rechtlichen Einordnung einer Haftung soll hauptsächlich der vorvertragliche Schutz des reinen Vermögensinteresses in Betracht kommen.

Diese Unterscheidung zwischen der Vertrags- und Deliktshaftung setzt vorzugsweise die Anerkennung der Schadensersatzhaftung aus dem Abbruch von...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.