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Altersgrenzen und Altersabstand zwischen Annehmenden und Anzunehmenden bei der Adoption

Bestandsaufnahme und Reformvorschlag

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Sascha Scheikholeslami-Sabzewari

Die Altersvorgaben im Adoptionsrecht sind mit der heutigen gesellschaftlichen Realität, in der Menschen immer später Eltern werden, nicht vereinbar. Der Autor analysiert adoptionsrechtliche Fragestellungen in Bezug auf die Inlands- und Auslandsadoption. Die Studie bietet vor allem durch einen Rechtsvergleich neue Erkenntnisse, die verdeutlichen, dass die aktuelle Gesetzesfassung zwingend reformbedürftig ist. Der Reformvorschlag des Autors zielt darauf ab, die Altersgrenzen im BGB ausführlicher zu normieren und durch dispensable Lösungsmöglichkeiten flexibler zu gestalten. Mit diesen Reformen steht im Vordergrund, dass die Wahrung des Kindeswohls gewährleistet wird.

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F. Reformvorschlag

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F.  Reformvorschlag

Eine Reform des § 1743 BGB ist nicht nur sinnvoll, sondern auch von Verfassungs wegen geboten. Eine umfassende und systematische Neuregelung der adoptionsrechtlichen Altersgrenzen wird vor allem von Stimmen aus der Großen Koalition des deutschen Bundestages als notwendig angesehen.

Neu zu regeln ist zunächst das Mindestalter der Annehmenden. Darüber hinaus sollen weitere Adoptionsvoraussetzungen wie eine Mindestanzahl an Ehejahren, ein Mindestalters- und Höchstaltersabstand normiert werden. Auf diese Weise kann unter der Berücksichtigung des Kindeswohls ein flexibleres Adoptionsverfahren geschaffen werden. Der Entwurfsvorschlag zielt gleichwohl auf eine überschaubare Differenzierung zwischen der Einzel-, Stiefkind- und gemeinschaftlichen Adoption ab. Die einzelnen Sätze des § 1743 BGB sind durch Absätze zu ersetzen. In einem neuen § 1743 a BGB-E sind die unterschiedlichen Altersabstände zwischen den Beteiligten festzuhalten.

Es müssen auch die „europarechtlichen Ausformungen des Verbots der Altersdiskriminierung durch die Richtlinie 2000/78/EG der Europäischen Union“ beachtet werden. Durch entsprechende unionsrechtliche Bedingungen wird das verfassungsrechtliche Erfordernis verstärkt, dass der Gesetzgeber zur Beantwortung der Frage, ob Höchstaltersgrenzen festzulegen sind, berufen ist, „weil die Rechtfertigung von Art und Maß einer Ungleichbehandlung auch danach eine Abwägung mit anderen legitimen Zielen erfordert“.723

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