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Turns und kein Ende?

Aktuelle Tendenzen in Germanistik und Komparatistik

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Elke Sturm-Trigonakis, Olga Laskaridou, Evi Petropoulou and Katerina Karakassi

Der Band setzt sich kritisch mit «Cultural Turns» allgemein auseinander und lotet deren Anwendungsmöglichkeiten vom «post-imperial», über den «ecocritical» bis hin zum «economical turn» aus. Dabei zeigt sich das innovative Potenzial der Turns, aber auch die Notwendigkeit, sie epistemisch in den Einzeldisziplinen zu verankern. Die Symbiose der «Cultural Turns» mit Literaturwissenschaft und Komparatistik scheint etabliert zu sein. Transdisziplinarität und Kombinationen wie «Postkoloniale Germanistik» sind selbstverständlich, und die Komparatistik untersucht Diachronie und Synchronie von jeglichen Wissenssystemen. Die Beiträger nehmen sich den Umstand, dass sich Einzelphilologien und Komparatistik unter dem Vorwurf der Orientierungslosigkeit dennoch in einer Dauerkrise befinden, zum Anlass für eine Bestandsaufnahme.

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Turns und kein Ende? Zur Einleitung (Elke Sturm-Trigonakis / Olga Laskaridou)

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Elke Sturm-Trigonakis, Olga Laskaridou

Turns und kein Ende? Zur Einleitung

Unter diesem Motto fand im Dezember 2015 eine Tagung der Griechischen Gesellschaft für Germanistische Studien in Athen statt, auf welcher eine kritische Auseinandersetzung mit turns, Wendungen und Tendenzen in der Germanistik und ihren Nachbardisziplinen zur Diskussion stand. Die Resonanz war überaus positiv, ganz offensichtlich trug das Thema angesichts einer immer unübersichtlicheren Forschungslandschaft einem generellen Ordnungsbedürfnis Rechnung. Durch die disziplinäre Herkunft der KonferenzteilnehmerInnen bestätigte sich auch, dass wissenschaftliche Wenden in erster Linie als eine literaturwissenschaftliche Angelegenheit betrachtet werden; die linguistische Beteiligung fiel bedeutend geringer aus und spiegelt einmal mehr das Auseinanderdriften der Germanistik in Literaturwissenschaft und Linguistik wieder.1 Turns scheinen eher von einer kulturwissenschaftlich ‚infizierten‘ Literaturwissenschaft auszugehen (Auer, 27) und die disziplinäre Grenze zwischen einer noch immer in erster Linie an der deutschen Sprache ausgerichteten Literaturwissenschaft und einer sich als universell verstehenden Linguistik zu zementieren. Für Deutschland konstatiert Clemens Knobloch: „Weil es an den Schulen das Pflichtfach ‚Deutsch‘ gibt, wird an den Universitäten Germanistik vorgehalten. In den Lehrplänen der Deutschlehrerausbildung arbeiten germanistische Sprach- und Literaturwissenschaftler zusammen. Sonst nirgends.“ (29)

Der Begriff turn wurde durch Richard Rortys Sammelband The Linguistic Turn (1967) populär, wobei die von Rorty und den übrigen Autoren verfochtene Fokussierung auf die Sprache als realitätskonstituierendes Medium wegen ihres universellen Anspruchs einen echten Paradigmenwechsel im Sinn Thomas Kuhns darstellte und damit weit über die Turns im heutigen Verständnis hinausging (Hahn, 96–97)...

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