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Turns und kein Ende?

Aktuelle Tendenzen in Germanistik und Komparatistik

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Edited By Elke Sturm-Trigonakis, Olga Laskaridou, Evi Petropoulou and Katerina Karakassi

Der Band setzt sich kritisch mit «Cultural Turns» allgemein auseinander und lotet deren Anwendungsmöglichkeiten vom «post-imperial», über den «ecocritical» bis hin zum «economical turn» aus. Dabei zeigt sich das innovative Potenzial der Turns, aber auch die Notwendigkeit, sie epistemisch in den Einzeldisziplinen zu verankern. Die Symbiose der «Cultural Turns» mit Literaturwissenschaft und Komparatistik scheint etabliert zu sein. Transdisziplinarität und Kombinationen wie «Postkoloniale Germanistik» sind selbstverständlich, und die Komparatistik untersucht Diachronie und Synchronie von jeglichen Wissenssystemen. Die Beiträger nehmen sich den Umstand, dass sich Einzelphilologien und Komparatistik unter dem Vorwurf der Orientierungslosigkeit dennoch in einer Dauerkrise befinden, zum Anlass für eine Bestandsaufnahme.

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Herta Müllers Literatur des ‚Dazwischen‘ als deutsche Nationalliteratur? (Christina Markoudi)

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Christina Markoudi1

Herta Müllers Literatur des ‚Dazwischen‘ als deutsche Nationalliteratur?

Abstract: Herta Müller’s literature reflects the hybrid identity of the individual and creates a space ‚between‘, without national characteristics. The author describes her writing as a „self-reflective process of perception“ and applies Homi Bhabha’s „stairwell between cultures“ (Bhabha, 123), where language and identity form the modern hybrid individual.

„Seit es Menschen gibt, gibt es Kultur […] Die menschliche Spezies unterscheidet sich von anderen Arten insofern, als die Frage der Kultur von zentraler Bedeutung ist“ (Gellner, 1991). Das Eigene im Gegensatz zum Fremden bildet ein Spannungsfeld, mit dem jedes Individuum konfrontiert ist, aber auch ein kaum eingrenzbar scheinendes Forschungsgebiet, das Disziplinen wie der Anthropologie, der Soziologie, der Philosophie oder den Kulturwissenschaften stets Anlass zu neuen Aporien bietet.

In der heutigen globalisierten Welt bilden literarische Texte ein ideales Medium für die Darstellung kultureller Kontakt- und Austauschvorgänge, aber auch für den Selbstfindungsprozess des Individuums. Seit den Migrationsbewegungen, die der europäischen Kolonialisierung weiter Teile der Erde folgten (Sturm-Trigonakis, 104), wird offensichtlich, dass Literatur als Medium einen idealen Raum für Kultur- und Sprachmischungen offeriert. Dabei erscheinen literarische Texte als hybride Wortgeflechte, die belegen, dass das postkoloniale, moderne Individuum (und somit auch dessen Literatur) im ‚Dazwischen‘ lebt.

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