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Turns und kein Ende?

Aktuelle Tendenzen in Germanistik und Komparatistik

Series:

Elke Sturm-Trigonakis, Olga Laskaridou, Evi Petropoulou and Katerina Karakassi

Der Band setzt sich kritisch mit «Cultural Turns» allgemein auseinander und lotet deren Anwendungsmöglichkeiten vom «post-imperial», über den «ecocritical» bis hin zum «economical turn» aus. Dabei zeigt sich das innovative Potenzial der Turns, aber auch die Notwendigkeit, sie epistemisch in den Einzeldisziplinen zu verankern. Die Symbiose der «Cultural Turns» mit Literaturwissenschaft und Komparatistik scheint etabliert zu sein. Transdisziplinarität und Kombinationen wie «Postkoloniale Germanistik» sind selbstverständlich, und die Komparatistik untersucht Diachronie und Synchronie von jeglichen Wissenssystemen. Die Beiträger nehmen sich den Umstand, dass sich Einzelphilologien und Komparatistik unter dem Vorwurf der Orientierungslosigkeit dennoch in einer Dauerkrise befinden, zum Anlass für eine Bestandsaufnahme.

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Soziologie und (vergleichende) Literaturwissenschaft: Zur Anwendung funktional-soziologischer Konzepte (Arturo Parada)

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Arturo Parada1

Soziologie und (vergleichende) Literaturwissenschaft: Zur Anwendung funktional-soziologischer Konzepte

Abstract: The pronounced development of functional-systemic analysis in recent decades has made it possible to formulate descriptions and definitions of different social levels and their corresponding interrelations. Based on selected concepts and texts, this essay deals with the practical value of a sociological-functional approach in relation to comparative literature studies.

Seit Mitte des 20. Jhs. versucht die Literaturwissenschaft, Verbindungen zu anderen Disziplinen herzustellen, um so über die strikt immanenten Betrachtungsweisen des literarischen Textes hinauszugehen, um/und diese, im besten Sinne, zu ‚überwinden‘. Es geht hauptsächlich darum, den sozio-kulturellen Kontext bedeutungsrelevant einzubeziehen, um sich – so weit wie möglich – holistischen Betrachtungsweisen anzunähern (vgl. hierzu zuletzt Dörner/Vogt 2013; ausführlich zum hier Erläuterten: Parada 2012).

Lässt man zunächst stark ideologisch belegte Konzeptionen außer Acht, die ja Anspruch auf eine globale Deutung der Weltgeschichte erheben, in die sich Kunst und insbesondere Literatur als funktionales Element einreihen, finden sich die ersten ernsthaften Bestrebungen, Literatur als soziologisches Phänomen zu betrachten, in den 1970er Jahren im Rahmen des Münchner Instituts für Deutsche Philologie. Diesem Vorhaben sollte auch die Gründung der Zeitschrift Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur (IASL) 1976 in Wien dienen, welche explizit zu interdisziplinären Ansätzen in der Forschung ermutigte (Walther, 445) – eine Aufforderung, der m. E. 30 Jahre später nur sehr bedingt und begrenzt nachgekommen worden ist. Der von Huber/Lauer im...

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