Show Less
Restricted access

Sittenwidriges Informationsverhalten

Die Haftung für fehlerhaftes Informationsverhalten gegenüber den Anlegern am regulierten Wertpapiermarkt

Series:

Feyko Conring

Der Autor befasst sich mit der Haftung für fehlerhaftes Informationsverhalten gegenüber den Anlegern am regulierten Wertpapiermarkt. Ein Überblick über mögliche Anspruchsgrundlagen zeigt, dass Schadensersatzansprüche von Anlegern oftmals allein auf § 826 BGB gestützt werden können. Im Fokus der Untersuchung steht daher die Frage, unter welchen Voraussetzungen das Informationsverhalten sittenwidrig ist. Sie wird dahingehend beantwortet, dass aus den guten Sitten im Sinne von § 826 BGB die Pflicht folgt, täuschendes Informationsverhalten gegenüber den Anlegern am regulierten Wertpapiermarkt zu unterlassen. Im Weiteren werden die Kriterien bestimmt, anhand derer die Eignung zur Irrtumserregung zu beurteilen ist.

Show Summary Details
Restricted access

Kapitel 7: Sittenwidriges Informationsverhalten i.S.v. § 826 BGB

Extract

← 172 | 173 →

Kapitel 7:  Sittenwidriges Informationsverhalten i.S.v. § 826 BGB

Die Einordnung eines Informationsverhaltens als sittenwidrig im Sinne von § 826 BGB setzt grundsätzlich dessen Fehlerhaftigkeit voraus.892 Ein ordnungsgemäßes Informationsverhalten kann nur ausnahmsweise sittenwidrig sein, z.B. bei Offenlegung zutreffender Tatsachen, die dem Schutzbereich des allgemeinen Persönlichkeitsrechts (Art. 2 I GG i.V.m. Art. 1 I GG) unterfallen.893

Bei Beurteilung der Sittenwidrigkeit eines Informationsverhaltens muss zwischen Offenlegung894 und unterlassener Offenlegung895 von Informationen differenziert werden, da insofern Unterschiede bei Feststellung der Fehlerhaftigkeit des Informationsverhaltens bestehen. Im Übrigen geht es aber in beiden Fällen um dieselbe Frage, nämlich unter welchen Umständen ein fehlerhaftes Informationsverhalten gegen die guten Sitten verstößt. Voraussetzung für die Beurteilung der Sittenwidrigkeit eines Informationsverhaltens ist die Ermittlung der sich insofern aus den guten Sitten ergebenden Pflichten, bei deren Verletzung das Informationsverhalten sittenwidrig ist.896 Der Eintritt eines „Erfolges“ ist keine Voraussetzung für die Qualifikation eines Verhaltens als sittenwidrig.897 Jedoch können die Folgen eines Verhaltens Indizien für dessen Verstoß gegen aus den guten Sitten folgende Verhaltenspflichten sein.

Unter Umständen ist der Inhalt von sich aus den guten Sitten ergebenden Pflichten davon abhängig, ob es sich um ein vertragsbezogenes oder um ein nicht vertragsbezogenes Informationsverhalten handelt. Beim Informationsverhalten gegenüber den Anlegern am regulierten Wertpapiermarkt handelt es sich um eine Form des nicht vertragsbezogenen Informationsverhaltens. Die Fallgruppen „vertragsbezogenes Informationsverhalten“ und „nicht vertragsbezogenes Informationsverhalten“ unterscheiden sich vor allem hinsichtlich des Personenkreises, der bei Fehlerhaftigkeit des Informationsverhaltens...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.