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Patrizier – Wege zur städtischen Oligarchie und zum Landadel

Süddeutschland im Städtevergleich. Unter Mitarbeit von Marc Holländer

Edited By Wolfgang Wüst

Die Beiträge dieses Tagungsbandes untersuchen das Phänomen der Patrizier auf dem Weg zur städtischen Oligarchie und zum Landadel. Der Schwerpunkt liegt auf der Stadt Nürnberg, wobei auch die Führungsschichten anderer süddeutscher Städte betrachtet werden. Mit Hilfe der komparatistischen Methode und damit dem Vergleich als landeshistorischer Tradition beleuchten und definieren die Beiträger den Begriff der «Patricii» als Bezeichnung der Geschlechter kritisch, wobei sie auch auf die mittelalterliche Bezeichnung der «Herren» und «vornehmen Geschlechter» eingehen.

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Grußwort der Dr. Lorenz Tucher’schen Stiftung von 1503

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Im Rahmen der am 7.11.2016 im Egloffstein’schen Palais in Erlangen veranstalteten Tagung mit dem Titel „Patrizier – Wege zur städtischen Oligarchie und zum Landadel. Süddeutschland im Städtevergleich“ konnten wir über die historische Entwicklung der Dr. Lorenz Tucher’schen Stiftung von 1503 und die heutige Praxis berichten.

Bei der Familie von Tucher handelt es sich ohne Zweifel um eine der bedeutendsten Patrizierfamilien der ehemaligen Reichsstadt Nürnberg. Erstmalig erwähnt im 14. Jahrhundert erlebte die Familie ihre Blütezeit im 16. Jahrhundert mit Handelsaktivitäten in ganz Europa, vornehmlich mit Gewürzen, Metallwaren, Tuchen und Pelzen. Im 17. Jahrhundert betrieben die Tucher zusammen mit der Familie Imhoff die letzte im größeren Umfang aktive Handelsgesellschaft des Nürnberger Patriziats. Im Jahre 1503 errichtete Lorenz I. Tucher (1447–1503) die Dr. Lorenz Tucher’sche Stiftung, welche inzwischen zu den ältesten Familienstiftungen Deutschlands gehört.

Die Tucher waren mit kurzen Unterbrechungen ab 1340 bis zum Ende der Reichsstädtischen Zeit im Jahre 1806 im kleinen Rat der Reichsstadt vertreten und gehörten nach dem sogenannten Tanzstatut zu den 20 alten ratsfähigen Geschlechtern. 1806 endete das Patriziat. 1855 erwarb Siegmund von Tucher aus Mitteln der Stiftung das vormalige „Reichstädtische Weizenbräuhaus“ und gründete daraus die „Freiherrlich von Tucher’sche Brauerei“, die lange im Besitz der Familie war, inzwischen aber zum Bielefelder Oetker-Konzern gehört.

Bei der Dr. Lorenz Tucher’schen Stiftung handelt es sich um eine nicht gemeinnützige Familienstiftung. Der Stiftungszweck besteht darin, „zu...

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