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Arnold Zweig und Stefan Zweig in der Zwischenkriegszeit

Publizistisches Engagement, Beziehungsgeschichte und literaturwissenschaftliche Rezeption bis in das 21. Jahrhundert

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Jasmin Sohnemann

Arnold und Stefan Zweig sahen sich als „geistige Führer", gelten aber, bis auf ihr Interesse an der Psychoanalyse, als sehr verschieden. Die Auswertung ihrer Publizistik – darunter viele unbekannte Texte – zeigt erstmals systematisch, wie sie sich an Debatten der Zwischenkriegszeit beteiligten. Die Autorin prüft Aussagen über Demokratie, Sozialismus, Nationalismus, Europa, Pazifismus, die UdSSR, ihr jüdisches Erbe, Zionismus und Antisemitismus. Die Zweigs erscheinen als unabhängige Zeitkritiker, die oft übereinstimmend und wegweisend urteilten. Ihre unveröffentlichten Briefe (1919–1940) bieten Einblick in diese kaum bekannte Beziehung. Die Studie stellt in der Germanistik verbreitete Zweig-Bilder infrage, die wesentlich durch den Kalten Krieg beeinflusst wurden.

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V. Resümee und Ausblick

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V. Resümee und Ausblick

Abstract: The study’s results are resumed: The Zweigs’ worldview was similarly eclectic, comprising i.a. psychoanalytic, Hegelian, and biblical ideas; both were partypolitically independent publicists with often coinciding positions but difficult personal relations; their reception was vitally influenced by the Cold War; some thoughts are enduringly relevant.

Zur Einleitung der vorliegenden Arbeit wurde Arnold Zweigs Klarstellung des nicht bestehenden Verwandtschaftsverhältnis zum, wie er es 1925 ausdrückte, „mit mir sicher ebendort wie ich mit ihm geplagten ausgezeichneten Stefan Zweig“ zitiert.1 Ein gemeinsam gezeichnetes Opus, so fuhr er fort, werde „lediglich von der Epoche abhängen: je heiterer sie wird, umso mehr läßt man sie tanzen“. Die Zeitläufte entwickelten sich freilich alles andere als heiter, und nach dieser Untersuchung steht fest, dass auch die Beziehung der beiden miteinander „geplagten“ Schriftsteller spannungsreicher wurde. Das Jahr 1925 kann dabei als ein Wendepunkt betrachtet werden, sowohl für die Beziehung als auch für die Interessen der Schriftsteller. Arnold Zweig, der sich zum Beginn der Zwischenkriegszeit als Publizist eingehend in theoretischer Form mit jüdischen Fragen und dem Antisemitismus beschäftigt hatte, erklärte in diesem Jahr in einer Umfrage, die Bedeutung des Jüdischen für sein Wesen und Schaffen nicht analytisch fassen zu können.2 Fortan widmete er sich dem Antisemitismus im breiteren Kontext des Nationalismus. Vor allem aber konzentrierte er sich auf seine literarische Darstellung des Übergangs vom Kaiserreich zur Republik, mit dem er sich (entsprechend einer auch in der...

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