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Das Konzept des kollektiven ‹‹iǧtihād›› und seine Umsetzungsformen

Analyse der Organisation und Arbeitsweise islamischer Rechtsakademien

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Ahmed Gad Makhlouf

Das Aufkommen der Moderne und eine mit ihr einhergehende zunehmend globalisierte Welt hinterlassen auch ihre Spuren in der islamischen Normenlehre. So zeichnet sich ein Wandel einer ihrer Schlüsselbegriffe und bedeutendsten Instrumente, des iǧtihād, ab, welcher sich von nun an nicht mehr nur als individueller, sondern auch als kollektiver Reflexionsakt präsentiert. Dieser Entwicklung lag die Umstrukturierung des heutigen islamischen Rechts zugrunde. Das Interesse dieser Arbeit gilt deshalb der Untersuchung des kollektiven iǧtihād sowohl in der Theorie, als auch in der Praxis. Diese Studie legt den inhaltlichen und theoretischen Rahmen des kollektiven iǧtihād durch die innermuslimischen Diskurse dar und typisiert seine weltweit verbreiteten Institutionen. Dazu analysiert sie eingehend die Struktur und Arbeitsweise dreier exemplarischer Gremien.

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6 Analyse der Institutionen des kollektiven iǧtihād

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6 Analyse der Institutionen des kollektiven iǧtihād

Dieses Kapitel verfolgt das Ziel, die Organisation und fachliche Arbeit der Institutionen des KI anhand relevanter Beispiele für solche Institutionen innerhalb und außerhalb der islamischen Welt zu analysieren und kritisch zu betrachten. Hierbei liegt der Fokus dieser Studie auf der Untersuchung und Analyse der Strukturen, Ziele, Aktivitäten und Arbeitsweisen dreier ausgewählter Rechtsakademien, welche die Hauptform zur praktischen Umsetzung des iǧtihād ǧamāʿī präsentieren. Zu diesem Zweck werde ich mich sowohl auf Primärtexte dieser Akademien als auch auf Sekundärliteratur über sie stützen. Außerdem werden Interviews mit den Repräsentanten dieser Akademien herangezogen werden. Dabei sollen auf der einen Seite zwei Rechtsakademien innerhalb der islamischen Welt untersucht werden. Die erste Institution ist „Die Akademie für islamische Untersuchungen“ der Azhar, die die älteste Institution des KI in Form einer Rechtsakademie darstellt und für viele muslimischen Autoren sogar die erste Form der Institutionalisierung des KI überhaupt bildet. Somit dienten ihre fachliche Vorgehensweise und ihr Abstimmungsverfahren, vornehmlich in ihren internationalen Konferenzen, als Muster für die nach ihr gegründeten Rechtsakademien und wurden mehr oder weniger von diesen Fiqh-Akademien übernommen. Das zweite Beispiel dieser Art ist „IIFA“. Diese bildet die größte Rechtsakademie der islamischen Welt mit einer Mitgliedschaft von knapp 50 Ländern und bietet somit das einzige Beispiel für eine überstaatliche Institution dieser Art sowohl hinsichtlich der Zusammensetzung der Mitglieder als auch der Verwaltung der Akademie. Auf der anderen...

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