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Kiel und die Revolution von 1918

Das Tagebuch eines Werftingenieurs, verfasst in den Jahren 1917–1919. Edition und Textanalyse

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Klaus Kuhl

Das Tagebuch des Kieler Werft-Ingenieurs Andersen erlaubt es, das Verhalten von Angestellten während der Jahre 1917–1919 einzuschätzen. Dazu wird untersucht, welche Ereignisse ihm wichtig waren, welchen Eindruck sie auf ihn machten und wie er die Diskussionen in seinem Umfeld wahrnahm.

Daraus werden die Ursachen für die Änderung seiner Einstellung im Laufe dieser Jahre bestimmt. Die Ergebnisse werden neueren Thesen gegenübergestellt, die für die Akteure der Revolutionszeit stark eingeschränkte Handlungsmöglichkeiten sehen, so dass eine Ausweitung der revolutionären Bestrebungen nicht möglich gewesen wäre. Dies wird insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Weiterentwicklung der Kieler Ansätze für eine durchgreifende Militärreform diskutiert.

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4. Das Tagebuch

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4. Das Tagebuch

Das Tagebuch wurde 1980 von dem Kieler Gewerkschafter Karl Altewolf auf einem Flohmarkt in Eutin entdeckt. Altewolf war als Betriebsratsvorsitzender eines großen Kieler Unternehmens sozial und politisch engagiert und auch historisch interessiert. Als er auf dem Flohmarkt das zunächst wie ein Kassenbuch wirkende Dokument aufschlug, fielen ihm sofort die eingeklebten Flugblätter des Soldatenrats und die Zeitungsartikel ins Auge, die sich mit den damaligen stürmischen Ereignissen beschäftigten. Er erstand das Tagebuch und legte es nach einer eingehenden Begutachtung zunächst der Redaktion der damals in Kiel erscheinenden „Kieler Rundschau“ vor.

Das Tagebuch hat die Maße 20,7 x 32 x 1 cm ist damit flächenmäßig ein wenig größer als DIN A4. Es besteht aus 192 nummerierten Seiten unlinierten Papiers, einer Vorder- und Rückseite aus stabiler Pappe und einer robusten Bindung. Hergestellt wurde es nach dem Aufkleber auf dem hinteren Pappdeckel bei der Kieler Firma „Hugo Hamann“. In der vorderen inneren Umschlagsseite befindet sich eine eingestempelte Seriennummer der Firma: B 19422. Das Etikett auf der Vorderseite ist mit der Nummer 26 bedruckt. Der Tagebuchschreiber hat in lateinischer Schrift darauf eingetragen: „Angefangen im Jahre des Krieges 1917 am 23 August.“ Die Seiten enthalten bis auf wenige Ausnahmen tägliche Eintragungen in unterschiedlicher Länge, die in Sütterlin größtenteils mit Tinte, in wenigen Fällen auch mit Bleistift, erfolgt sind. Die Seiten 105–108 enthalten keine handschriftlichen Aufzeichnungen sondern eingeklebte, teilweise eingelegte Zeitungsartikel. Die Seiten...

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