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Die Rolle des Ein-Platz-Prinzips in der Autonomie der Sportfachverbände

Eine Untersuchung der exklusiven Organisationsstrukturen im Sport

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Paul Fischer

Sind das Ein-Platz-Prinzip und die daraus resultierenden exklusiven Organisationsstrukturen im Sport als gegeben hinzunehmen? – Dieser Frage geht der Autor dieses Bandes nach. Er untersucht das Ein-Platz-Prinzip, das in nahezu jeder Sportart die Verbandsstrukturen von der internationalen bis hin zur regionalen Ebene prägt. Neben der Ein-Platz-Regelung stellt er auch die Teilnahmeverbote der Sportfachverbände auf den Prüfstand. Die zentralen Erkenntnisse gewinnt er, indem er den Kerninhalt der Autonomie der Sportfachverbände bestimmt und diesen allein in den für den Wettkampfsport notwendigen Regelungen sieht.

„Eine fulminante Entzauberung der Ein-Platz-Regel" – Professor Dr. Dr. h.c. Michael Kubiciel via Twitter

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§ 5: Die Vereinssatzung

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§ 5: Die Vereinssatzung

Mit der Bestimmung der Konzeption der Vereinssatzung geht eine Klarheit der Begrifflichkeiten einher, die für die Auslegung der Satzung und das Rechtsverhältnis zwischen Verband und Mitglied gebraucht werden (dazu unter I.). Im Anschluss daran soll der Leser durch einen knappen Überblick zu den Mindestgehalten der Satzung (unter II.) sowie den grundsätzlich gegebenen Möglichkeiten zur Machtverschiebung per Satzungsgestaltung (unter III.) für den weiteren Verlauf der Untersuchung sensibilisiert werden.

I. Vertragliche Konzeption der Vereinssatzung

Die Satzung gemäß § 25 BGB ist Ausdruck der freien Gestaltung der Rechtsverhältnisse innerhalb des Vereins.280 Dass eine Stellungnahme zur Konzeption der Vereinssatzung im Rahmen der vorliegenden Untersuchung erforderlich ist, liegt an den immer noch bestehenden unterschiedlichen Auffassungen über die Rechtsnatur der Satzung, weshalb diese, je nach Auffassung, als „Vertrag“, „Rechtsnorm“ oder „normartige Regelung“ bezeichnet wird.281 Aus letzteren beiden begrifflichen Festlegungen folgt unter anderem die Vorstellung, dass die Mitglieder der Satzung „unterworfen“ sind sowie die besondere Betonung von Art. 9 Abs. 1 GG im Verhältnis Verband zu Mitglied.282

Die Problematik der begrifflichen Unterschiede relativiert sich zwar dadurch, dass die verschiedenen Auffassungen meist zu ganz ähnlichen Resultaten bei der Beurteilung von vereinsinnenrechtlichen Streitigkeiten gelangen.283 Das liegt daran, dass es beispielsweise im Ergebnis keinen Unterschied macht, ob man eine Inhaltskontrolle von Satzungsregeln und darauf beruhenden Vereinsmaß←79 | 80→nahmen anhand des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes oder anhand § 242 BGB durchführt, da beide Maßstäbe eine umfassende Interessenabwägung mit Bezug zu grundrechtlichen...

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