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Gottfrieds ‹Tristan› lesen: Prolog, Haupttext, Wortpaare

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Magdalena Terhorst

Der Band möchte nachweisen, dass es einen inhaltlichen Zusammenhang von Prolog und Haupttext in Gottfrieds ‹Tristan› gibt. Die Autorin macht dies insbesondere an Wortpaaren des Prologs fest, die im Haupttext wiederkehren. Mit Hilfe der Ergebnisse der Wortuntersuchungen gelingt es, den Prolog auf eine neue Art zu lesen – nämlich mit den Wortbedeutungen, die der Haupttext des mittelalterlichen Romans intendiert. Diese Lektüre geht weit über die bisher im Zentrum stehende rhetorische Bedeutung des Textstücks hinaus. Ein Ausblick auf Gottfrieds Fortsetzer, Hartmanns von Aue ‹Gregorius› und ‹Iwein› sowie Wolframs von Eschenbach ‹Parzival› belegt, dass es sich bei diesen Beobachtungen in Gottfrieds Text um ein bewusst gestaltetes Konzept handeln muss, das sich nur auf wenige Vorbilder stützen kann.

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5 Ausblick

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In einem abschließenden Ausblick möchte ich zunächst die ‘Tristan’-Fortsetzungen Heinrichs von Freiberg und Ulrichs von Türheim darauf untersuchen, ob sie die von Gottfried im Prolog gebrauchten Wortpaare ebenfalls verwenden und wenn ja, wie sie dies tun. Anschließend prüfe ich mit Hartmanns von Aue ‘Iwein’ und ‘Gregorius’ sowie Wolframs von Eschenbach ‘Parzival’ exemplarisch höfische Texte von Gottfried nahestehenden Autoren aus seinem zeitgenössischem Umfeld dahingehend, ob bei ihnen ein mit dem ‘Tristan’ vergleichbarer Zusammenhang von Wortpaaren in Prolog und Haupttext zu beobachten ist. Ich möchte damit nicht nur meine eigenen Thesen an gattungsverwandten Texten prüfen, sondern auch zu weiteren Arbeiten anregen, die auf der Methode meiner Untersuchung aufbauen.

5.1 Gottfrieds Fortsetzer

Die Unteruchung der Gottfried-Fortsetzer gliedert sich in zwei Teile. Zuerst erfolgt in einer tabellarischen Darstellung eine Übersicht über die Prologpaare Gottfrieds und deren Auftreten im jeweils untersuchten Text. Diese Übersichten habe ich mangels entsprechender Konkordanzen mit Hilfe der online zugänglichen Mittelhochdeutschen Begriffsdatenbank erstellt.2430 Die anschließenden Ausführungen nehmen die genannten Textstellen genauer unter die Lupe.

5.1.1 Heinrich von Freiberg, ‘Tristan’

Schon auf den ersten Blick wird deutlich, dass ein Großteil der Prologpaare Gottfrieds bei Heinrich von Freiberg nicht mehr auftritt und dass bei den wenigen Wörtern, die gemeinsam wieder vorkommen, dies nicht mehr in Wortpaarform erfolgt. Entsprechend liegt auch das Wortpaar êre unde lop nur als versübergreifende Variante vor und beschreibt allgemein Ruhm und Ansehen, die...

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