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Komparative Ästhetik(en)

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Edited By Ernest W.B. Hess-Lüttich, Meher Bhoot and Vibha Surana

Dieses Buch zu Komparatistischen Studien im Bezirk von Ästhetik, Text- und Kulturwissenschaften widmet sich im Rahmen der interkulturellen Germanistik den Beziehungen nicht nur zwischen Literaturen, sondern auch zwischen anderen Künsten (Malerei, Bildhauerei, Musik, Film, TV) oder zwischen Gattungen (Drama, Prosa, Lyrik, Oper, Tanz, TV-Formate, Blogs), zwischen ‚alten‘ und ‚neuen‘ Medien (Buch/Hörbuch, Literatur/Film, Roman/Drehbuch, Fantasy Genres/Computer Games). Der ästhetische Erkenntnisgewinn lässt sich aus komparatistischer Perspektive noch erweitern, wenn germanistische Ansätze in Afrika, Amerika, Asien, Australien zur Analyse künstlerischen Schaffens in Sprache, Literatur, Medien in Bezug gesetzt werden mit dem Ziel der Entwicklung einer Pluralität von Perspektiven auf Gegenstände ‚Komparativer Ästhetik(en)‘.

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Staunen. Zu einem Affekt- und Wahrnehmungsmodus (nicht nur) im Feld der komparativen Ästhetik (Dieter Heimböckel)

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Dieter Heimböckel (Luxemburg)

Staunen

Zu einem Affekt- und Wahrnehmungsmodus (nicht nur) im Feld der komparativen Ästhetik

The article aims, on the one hand, at demonstrating the productive meaning of wonder in the field of comparative aesthetics, and, on the other hand, at emphasizing wonder as an essential vehicle for interculturality.

Ziel des Aufsatzes ist es einerseits, die produktive Bedeutung des Staunens im Feld der komparativen Ästhetik aufzuzeigen, andererseits das Staunen als ein zentrales Vehikel der Interkulturalität in den Blick zu rücken.

1 Einführung

Das Staunen, das Platon und nach ihm Aristoteles als Ausgangspunkt der Philosophie nahmen, läuft in letzter Konsequenz auf deren Selbstauflösung hinaus. Für die Philosophie als faktische "Erstaunensentfernung" (Guzzoni 2012: 36) ist das Staunen nicht Gewinn, sondern Mangel; Platon hatte es mit unangenehmen Empfindungen wie Schwindel und Erstarren zusammengebracht, und die Pointe der Philosophie sollte gerade darin bestehen, sich nicht auf das einzulassen, was schwindelig und erstarren macht, sondern was imstande ist, sich zur Sphäre solcher Ideen zu erheben, die fest und unveränderbar sind. Das Staunen ist demgemäß ein Verstoß gegen diese wie jede Form der Unveränderbarkeit, es bezeichnet für denjenigen, der staunt, einen Ausnahmezustand, mit dem er oder sie aus dem Verhältnis der Vertrautheit heraustritt und für einen Moment der Plötzlichkeit aus der gewohnten Bahn geworfen wird. Und die Philosophie strebt(e) danach, diesen Zustand aufzuheben.

Davon abzuheben ist...

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