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"Kontaminierte Landschaften"

Mitteleuropa inmitten von Krieg und Totalitarismus. Eine exemplarische Bestandsaufnahme anhand von literarischen Texten

Edited By Alexander Höllwerth

Der Band befasst sich mit dem schweren Erbe von Krieg und Totalitarismus in Mitteleuropa. Er enthält die Texte von 21 Autorinnen und Autoren aus Tschechien, Polen, Ungarn, Österreich und Deutschland. Diese gehen in ihren Beiträgen der Frage nach, welche Rolle der Literatur bei der Aufarbeitung der Traumata der Vergangenheit zukommt. Besprochen werden die Werke zeitgenössischer Autoren wie Pollack, Weber, Bodor, Topol, Sabuschko u. a. sowie von Autoren, die aus unmittelbarer Zeitzeugenschaft heraus schreiben (Wojdowski, Buczkowski). Dabei soll auch aufgezeigt werden, welchen Beitrag die Literatur bei der Durchbrechung national beschränkter Erinnerungskulturen hin zu einer transkulturellen (mittel-)europäischen Erzählung leisten kann. Gerade heute ist dieses Thema wieder hochaktuell.

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„Was wird man denn da schon sehen können?“ „Kontaminierte (Gedächtnis-)Landschaften“ in Anne Webers Ahnen. Ein Zeitreisetagebuch

„Was wird man denn da schon sehen können?“

„Kontaminierte (Gedächtnis-)Landschaften“ in Anne Webers Ahnen. Ein Zeitreisetagebuch/ „What Interesting Can Be Seen on It?“ Contaminated Landscapes of Remembrance in Anne Weber’s Ancestors. The Diary from the Journey through Time

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Axel Dunker

Abstract: In the process of writing a book about her great-grandfather Florens Christian Rang (1864–1924), Anne Weber came across an unpublished note on Rang’s visit to a lunatic asylum in which he asked: „Why don’t you kill these people?“ Looking back in time, Weber becomes aware of the contamination of the past by Auschwitz. On a trip to Poland aimed at exploring the places where Rang lived, she is confronted with what Martin Pollack calls „contaminated landscapes“.

Keywords: contaminated landscapesGerman culture of remembranceAuschwitzAnne WeberFlorens Christian Rang

Die 1964 in Offenbach geborene und seit langer Zeit in Paris lebende Autorin und Übersetzerin Anne Weber, die 2016 mit dem Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet wurde, entstammt einer Familie mit einem bedeutenden Ahnen: Florens Christian Rang (1864–1924), ihrem Urgroßvater. Rang, der Jura studiert hatte, kam in Posen, wo er seine berufliche Laufbahn im Staatsdienst begonnen hatte, in Kontakt mit dem Pietismus und entschloss sich 1895, als 31-Jähriger, Theologie zu studieren. Von 1899 an arbeitete er als Pfarrer in einem kleinen Ort in Polen, „gab aber 1904 die ihm unerträglich gewordene seelsorgerische Tätigkeit auf und wurde in Koblenz Regierungsrat“.1 Dort lernte er Richard Dehmel kennen und korrespondierte mit Hugo von Hofmannsthal. „Im Frühjahr 1914 trafen sich in Potsdam einige Menschen, die den drohenden Krieg abzuwenden versuchen wollten. Diesem Kreis, der seinen Namen nach dem vorgesehenen Gründungsort Forte dei...

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