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Hermetischer Symbolismus: Andrej Belyjs «Istorija stanovlenija samosoznajuščej duši»

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Angelika Schmitt

Die „Istorija stanovlenija samosoznajuščej duši" ist das kulturphilosophische Hauptwerk von Andrej Belyj. Es ist bislang nur in Auszügen publiziert und wird hier erstmals auf der Grundlage des vollständigen Manuskripts erschlossen. Sein Leitbegriff – die Selbstbewusstseinsseele – bildet zugleich seinen Gegenstand und seine Methode. In ihm sind Belyjs späte Erkenntnistheorie und Poetologie zusammengefasst. Diese bestimmen die Gestalt des Textes, dessen Sinnschichten durch eine „autoreferentielle Hermeneutik" erschlossen werden. Neben Anregungen aus der Anthroposophie Rudolf Steiners hat Belyj Ideen der russischen Historiosophie aufgegriffen und zu einer originellen Synthese verarbeitet. Mit der Charakterisierung des Spätwerks als „hermetischer Symbolismus" soll ein neues Paradigma geprägt werden.

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Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

I.   Einleitung

       I.1.   Fragestellung: Der Begriff der Selbstbewusstseinsseele als Grundlegung und Methode des hermetischen Symbolismus

       I.2.   Zum Forschungsstand

       I.3.   Zu Methode und Aufbau dieser Arbeit

II.   Andrej Belyj als Kulturphilosoph

       II.1.   Ein „russischer Steiner“? Zur Entwicklung von Belyjs philosophischen Anschauungen und seinem Verhältnis zur Anthroposophie

       II.2.   Die ISSD als russischer Beitrag zur Kulturphilosophie und Ausdruck von Belyjs spätem Konzept des hermetischen Symbolismus

       II.3.   Genese und Textgestalt

                 II.3.1.     Die Entstehung der ISSD und das Schicksal der Handschrift

                 II.3.2.     Zum Textkorpus und zur Komposition der ISSD

III.   Der Begriff der Selbstbewusstseinsseele: Genese, Bedeutung und Korrelationen zu Rudolf Steiner

       III.1.   Die Selbstbewusstseinsseele bei Andrej Belyj

                 III.1.1.     Zur Genese des russischen Terminus ‚самосознающaя душa‘ und zu seinem anthropologischen Hintergrund im Werk Belyjs

                 III.1.2.     Die Selbstbewusstseinsseele in der ISSD – allgemeine Charakteristik in Abgrenzung zur ‚Empfindungs‘- und ‚Verstandesseele‘

                 III.1.3.     Fazit: Die Selbstbewusstseinsseele als „Symbol des Geistes in der Seele“

       III.2.   Die Bewusstseinsseele im Werk Rudolf Steiners

                 III.2.1.     Vorbemerkung zum Stand der Steiner-Forschung

                 III.2.2.     Die Bewusstseinsseele im Kontext des anthroposophischen Menschenbildes

                 III.2.3.     Die Bewusstseinsseele als Signatur einer Kulturepoche ← 7 | 8

                 III.2.4.     Die selbstbewusste Seele in Steiners Philosophiegeschichte

                 III.2.5.     Fazit: Die kulturphilosophischen Implikationen der Begriffe Bewusstseinsseele und selbstbewusste Seele bei Rudolf Steiner

       III.3.   Konvergenzen und Differenzen bei Belyj und Steiner

IV.   Die ‚Methodologie der Selbstbewusstseinsseele‘

       IV.1.   Erkenntnistheoretische Implikationen

                 IV.1.1.     Überwindung des Kantianismus

                 IV.1.2.     Einfluss der naturwissenschaftlichen Arbeiten Goethes

                 IV.1.3.     Rezeption von Steiners Erkenntnistheorie

       IV.2.   Das Konzept des Pluro-Duo-Monismus

       IV.3.   Esoterische Praxis als epistemologische Methode

                 IV.3.1.     Belyjs meditative Schulung

                 IV.3.2.     Okkulte Geschichtserkenntnis

                 IV.3.3.     Die ‚Stufen der höheren Erkenntnis‘ und die Ontologie der oberen Daseinsbereiche in der Anthroposophie

                 IV.3.4.     Imagination, Inspiration und Intuition in der ISSD

       IV.4.   Die Gestaltungsprinzipien der Selbstbewusstseinsseelenerkenntnis: Komposition, Variation, Symbol

       IV.5.   Fazit: Wissenschaft als ‚gnoseologischer Figuralismus‘ und ‚logischer Voluntarismus‘ – Geschichtserkenntnis als okkulte Praxis

V.   Die Selbstbewusstseinsseele als Kulturphänomen

       V.1.   Das Geschichtskonzept der ISSD - Die Spirale als Formelement der nachchristlichen Kulturentwicklung

                 V.1.1.     Zur Genese des Spiralmodells im Werk Belyjs

                 V.1.2.     Die Spiralform im Denken Rudolf Steiners

                 V.1.3.     Die Bedeutung des Christentums als „Einrollung der Geschichte“

                 V.1.4.     Das Spiralmodell in der ISSD

       V.2.   Die erste Umdrehung der Spirale in Spätantike und Mittelalter ← 8 | 9

                 V.2.1.     Zum Verlauf der Geschichtskurve

                 V.2.2.     Die Selbstbewusstseinsseele im ‚Embryonalzustand‘

       V.3.   Die sieben Phasen der Selbstbewusstseinsseelenepoche: Zweite Umdrehung der Spirale

                 V.3.1.     Erste Phase: Die „Geburt“ der Selbstbewusstseinsseele

                 V.3.2.     Zweite Phase: In der „Wüste“ der Verstandesseele

                 V.3.3.     Dritte Phase: Die klassische Musik als ‚Wasser des Lebens‘

                 V.3.4.     Vierte Phase: Kulturkrise im „astralen Abgrund“

                 V.3.5.     Zukunftsperspektiven: Der „Geistkeim“ und das „Kind in der Krippe“

       V.4.   Fazit: Kulturgeschichte als Initiationsweg

VI.   Die poetische Gestaltung der ISSD auf der Grundlage von Komposition, Variation und Symbol

       VI.1.   Die metaphorische Textschicht der ISSD

                 VI.1.1.     Steiners Christentum als mystische Tatsache als Hintergrundfolie des Initiationsmotivs in der ISSD

                 VI.1.2.     Die ‚Embryonalphase‘ der Selbstbewusstseinsseele als Spiegel des vorchristlichen Mysterienweges

                 VI.1.3.     Die Entfaltung der Selbstbewusstseinsseele zwischen Gral und Rosenkreuz als moderner Initiationsweg und imitatio Christi

                 VI.1.4.     Abschließende Interpretation der metaphorischen Textschicht: Die Geschichtsspirale als mehrfach gebrochene Projektion des dreistufigen Weges der christlichen Mystik auf die Kulturgeschichte

       VI.2.   Rhythmus als „Geste des Sinngehalts“

                 VI.2.1.     Der Rhythmusbegriff in den theoretischen Schriften zur Verslehre

                 VI.2.2.     Zur Stellung des Rhythmusbegriffs innerhalb der Poetologie des späten Belyjs

                 VI.2.3.     Der Einsatz rhythmischer Verfahren als poetisches Gestaltungsmittel in der ISSD am Beispiel des Kapitels „Simvolizm“ ← 9 | 10

       VI.3.   Die symbolistische „Triade“ und ihre Relevanz für das kulturphilosophische Spätwerk Belyjs

                 VI.3.1.     Konzeptionen des Symbolismus

                 VI.3.2.     Symbolisierung als menschliche und als kosmische Bewusstseinstätigkeit

                 VI.3.3.     Symbol vs. SYMBOL

                 VI.3.4.     Der Symbolbegriff in der ISSD

                 VI.3.5.     Das Symbol als poetisches Gestaltungsprinzip in der ISSD

       VI.4.   Schlussbetrachtung zur Funktion von Komposition, Variation und Symbol im integralen Geschichts- und Wissenschaftsmodell der ISSD

VII.   Zusammenfassung von Belyjs Entwurf einer Selbstbewusstseinsseelenphilosophie als hermetischer Symbolismus und weiterführende Forschungsperspektiven

VIII.   Anhang

       VIII.1.   Aquarellskizze

       VIII.2.   Schema zu einem Vortrag

       VIII.3.   Inhaltsverzeichnisse nach der Handschrift

IX.   Bibliographie

         IX.1.   Gesamtausgaben

         IX.2.   Nachschlagewerke

         IX.3.   Allgemeine Bibliographie

X.   Namensindex ← 10 | 11 →