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Zur Funktion und Bedeutung des Chors im zeitgenössischen Drama und Theater

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Edited By Paul Martin Langner and Joanna Gospodarczyk

Die Rückkehr des Chores in die Theaterstücke und Inszenierungen der Gegenwart macht erkennbar, eine wie hohe Aktualität dieses seit der Antike bekannte Strukturelement des Dramas hat. Dabei werden die antiken Formen für die Bedingungen der Gegenwart überarbeitet und wirkungsvoll weiterentwickelt. Die Beiträge des Bandes leuchten vielfältige Formen der Aneignung und Neubildung aus. Die Position des Chores zur Bühnenhandlung, seine Dimensionen, Artikulationsweisen, Bewegungsmomente werden ebenso in den Aufsätzen diskutiert, wie seine Stellung zur Geschichte und sein Beitrag zum Verhältnis von Individualität und Gemeinschaft. In den Ergebnissen des Bandes wird deutlich, von welcher Wichtigkeit der Chor für das gegenwärtige Drama und die aktuelle Theaterarbeit ist.

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Maria Kuberg: „Der Chor hebt ab“ – Zur Theorie des Chors in René Polleschs Theater

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Maria Kuberg (Berlin)

„Der Chor hebt ab“ – Zur Theorie des Chors in René Polleschs Theater

Abstract: Zur Reflexion ihrer eigenen Verfahren ist die philosophische Theorie auf ihre sinnliche Vermittlung angewiesen. Deshalb kann sich die Theorie niemals ganz vom Theater als Raum des Sinnlichen lösen. Der Beitrag untersucht, wie in René Polleschs Arbeit dieses Verhältnis von Theorie und Theater durch den Chor reflektiert wird, der den an- und zuschauenden Blick des Publikums auf der Bühne wiederholt. In Schmeiß dein Ego weg! (2011) erkundet der Chor den Raum des Theaters als einen theoretischen, indem er die Theorie des Theaters an dramatischen Gemeinplätzen wie der Mauerschau oder dem handelnden Subjekt überprüft.

Keywords: Chor, René Pollesch, Schmeiß dein Ego weg!, Theater, Theorie

René Polleschs Theaterarbeiten werden gerne als „Diskurstheater“ oder „Theorietheater“ bezeichnet, was vor allem damit zusammenhängt, dass Pollesch theoretische Texte in seinen Stücken ausgiebig zitiert und diese Texte dann in seinen Programmheften oder den Textausgaben ausdrücklich zur Lektüre empfiehlt. Das verleitet, wie Annemarie Matzke festgestellt hat, schnell dazu, „mit Pollesch über Pollesch“ zu schreiben und seine Texte selbst als Theorie zu lesen.1 Wenn ich im Folgenden den Chor in Polleschs Stücken als eine Instanz der Theorie untersuche, dann verstehe ich ‚Theorie‘ in diesem Zusammenhang aber erst in zweiter Linie als eine bestimmte Art von akademischem oder paraakademischem Diskurs; zunächst soll Theorie als eine Art der Wahrnehmung, als ein Weltzugang in den Blick rücken....

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