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CoCo-Bonds

Praxis und Dogmatik bedingter Pflichtwandelanleihen

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Stefan Gohling

CoCo-Bonds sind Anleihen, die beim Eintritt eines vordefinierten Ereignisses – in der Regel ein Krisenszenario – in Eigenkapital des Emittenten umgewandelt werden. Als Emittenten kommen insbesondere Banken in Betracht. Das Instrument wurde kreiert, um im Fall einer Bankenkrise oder -insolvenz durch Beteiligung bestimmter Gläubiger zur Stabilität der Märkte beizutragen. Dieses Ziel kann jedoch nur bei richtiger Ausgestaltung erreicht werden. Anderenfalls drohen gefährliche Anreize für verschiedene Marktteilnehmer. Auch die automatische Umwandlung erweist sich als juristisch sehr komplex. Die Publikation geht auf wichtige Ausgestaltungsparameter ein, entwickelt neue dogmatische Begründungen der Umwandlung und ordnet CoCo-Bonds in das System des neuen Bankensanierungs- und Abwicklungsregimes ein.

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Kapitel 2 CoCo-Bonds in der Praxis – Verbreitung bei Emittenten und Investoren

Kapitel 2 CoCo-Bonds in der Praxis – Verbreitung bei Emittenten und Investoren

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CoCo-Bonds sind keineswegs rein theoretische Gebilde, deren praktische Relevanz vernachlässigbar wäre. Obwohl es sich um ein verhältnismäßig neuartiges Instrument handelt, stoßen sie in der Praxis auf großes Interesse. Allerdings ergibt sich aus ihrer in mehrerlei Hinsicht speziellen Ausgestaltung, dass sie weder für jegliche Kapitalgesellschaften als Finanzierungsinstrument noch für alle Investoren als Anlageobjekt in Betracht kommen.

In Kapitel 1 ist ersichtlich geworden, dass CoCo-Bonds ihrer Idee nach aus ordnungspolitischer Sicht ein begrüßenswertes neues Finanzinstrument sind. Sie ermöglichen, die Geldgeber des Emittenten im Krisenfall an Verlusten zu beteiligen und somit den Steuerzahler unter Umständen zu verschonen oder zumindest in geringerem Ausmaß in Anspruch nehmen zu müssen, als es in der Finanzmarktkrise 2007/2008 der Fall war. Die private Haftung, die als Normalfall angesehen wird293, kann dadurch auch bei Wirtschaftssubjekten, bei denen sich eine uneingeschränkte private Haftung verbietet, in vorbestimmtem Maße gewährleistet werden. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass CoCo-Bonds als Emissionsobjekt in erster Linie für solche Emittenten interessant sind, für die eine uneingeschränkte Haftung der Geldgeber aus bestimmten Gründen nicht in Betracht kommt. Das trifft auf Finanzinstitute zu, die aufgrund ihrer Systemrelevanz nicht in die Insolvenz entlassen werden können und für die aus genau diesem Grund bisher eine faktische Staatsgarantie bestand. Diese faktische Garantie des Staats könnte durch CoCo-Bonds zumindest teilweise ersetzt werden. Betroffen sind insbesondere Banken, deren unzureichende Kapitalisierung einerseits wegen ihrer Vernetzung im Interbankenhandel eine Systemkrise bewirken...

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