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Diachrone Migrationslinguistik: Mehrsprachigkeit in historischen Sprachkontaktsituationen

Akten des XXXV. Romanistentages in Zürich (08. bis 12. Oktober 2017)

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Edited By Roger Schöntag and Stephanie Massicot

Der Band vereinigt Beiträge der Sektion Diachrone Migrationslinguistik: Mehrsprachigkeit in historischen Sprachkontaktsituationen des XXXV. Romanistentages zum Thema Dynamik, Begegnung, Migration. Der Fokus liegt dabei auf der Herausarbeitung von pluridimensionalen Sprachkontaktsituationen im Migrationskontext. Die bearbeiteten Zeiträume reichen dabei vom Frühmittelalter bis in die Gegenwart. Insbesondere historisch weiter zurückliegende migrationsbedingte Sprachkontaktszenarien bedürfen zu ihrer adäquaten Erfassung einer spezifischen Herangehensweise. Kernanliegen des Buches ist es deshalb, die prinzipielle Breite vielschichtiger Migrations- und Kontaktszenarien in allen Epochen der Geschichte darzustellen.

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Roger Schöntag: Vom Altnordischen zum Altfranzösischen: Der Sprachwechsel als Teil einer Akkulturationspolitik normannischer Expansion in Europa?

Vom Altnordischen zum Altfranzösischen: Der Sprachwechsel als Teil einer Akkulturationspolitik normannischer Expansion in Europa?

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Roger Schöntag(Erlangen)

This article aims to detect the factors that led to a rather fast language change of the Norman conquerors in the terra Normannica as well as to highlight the complex situation of migration and multiple language contact. Recent research identified the Normanic capability of acculturation as one of the main characteristics of this early medieval gens, that successfully pillaged and plundered villages among European coasts from the 8th to the 10th century on the one hand, but established new regni with settlements in various regions of England, Northern France, Southern Italy, and the Holy Land on the other. An analysis of the Normans’ process of acculturation, which can be differentiated into aspects such as religion, jurisdiction, clothing, self-identification, material culture, and language, raises the question, if the Normans abandoned their language within a few generations due to some kind of language policy.

Die Normannen, die seit dem 8. Jh. begonnen hatten, die Küstenregionen Mitteleuropas heimzusuchen, d.h. vor allem als Piraten und Plünderer auftraten und erst später bzw. sekundär als Händler, intensivierten ihre kriegerischen Aktivitäten in Nordfrankreich ab dem 9. Jh., drangen auch ins Landesinnere vor, belagerten und brandschatzten Städte und erpressten Lösegeld. Die Situation änderte sich grundlegend als ihnen im Vertrag von 911 die nachmalige Normandie als Lehen zugesprochen wurde, mit der Auflage dieses gegen weitere Angreifer zu verteidigen. Erst ab dieser Zeit begann auch eine dezidierte Siedeltätigkeit der Normannen, die sich an...

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