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Arnold Zweig zum fünfzigsten Todestag

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Edited By Krzysztof Kłosowicz

Dieses Buch umfasst Studien zum Leben und Werk des in der schlesischen Stadt Glogau geborenen Schriftstellers Arnold Zweig. Ziel der Veröffentlichung ist es, des ein wenig in Vergessenheit geratenen Autors fünfzig Jahre nach dem Tod zu gedenken und seinen umfangreichen Nachlass im Lichte der literatur- bzw. kulturwissenschaftlichen sowie komparatistischen Fragestellungen wieder in den Fokus der Diskussion zu stellen. Daher bietet das Buch sowohl einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand als auch eine Fülle an neuen Forschungsanstößen.

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Agnieszka Klimas: Kapitalsorten und Kapitalerörterungen in Zweigs Reflexionen über den Anteil

Kapitalsorten und Kapitalerörterungen in

Zweigs Reflexionen über den Anteil

der Juden an der deutschen und

europäischen Kultur

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Agnieszka KlimasUniwersytet Opolski (Opole)

Jüdische Wege ins deutsche Bürgertum, ihr Anteil an der deutschen Kultur, sowie die Antwort der deutschen Gesellschaft auf diese Leistung in Form von kulturellem und rassischem Antisemitismus – das sind Themen, die Arnold Zweig, von Marcel Reich-Ranicki als „preußischer Jude“1 bezeichnet, literarisch und publizistisch lebenslang begleiteten. Dabei lassen sich zwei Facetten unterscheiden. Zur ersten: vor allem in den frühen Novellen zeigt Zweig Juden, die ihre Sozialisierung und ihren Habitus aus der im 18. Jahrhundert einsetzenden Verbürgerlichung der Juden in Preußen beziehen. Die zweite Facette, und darauf liegt der zweite Schwerpunkt dieses Beitrags, entsteht, als die auf diesem Wege erworbene Relation von Juden und Deutschen unter Druck gerät. Hierbei bilden Zweigs Erfahrungen im Ersten Weltkrieg und seine Erfahrungen mit der Faschisierung Deutschlands relevante Einschnitte. Für eine kurze Charakteristik der ersten Facette mag hier Die Flucht der van Spandows (1909) stehen. Für eine Charakteristik der zweiten Facette werden zwei Episoden aus dem Roman Junge Frau von 1914 (1931) herangezogen. Stellvertretend für Zweigs publizistisches Werk steht der Essay Jüdischer Ausdruckswille (1933). In diesem bilanziert Zweig, unter dem Druck der nationalsozialistischen Entwertung jüdischer Existenz, jüdische Kulturleistungen. Zweigs Vorgehen dabei lässt sich mit Pierre Bourdieus Kapitalsortentheorie gut fassen.

Legt man die Geschichte des jüdischen Weges in das deutsche Bürgertum zugrunde, dass die deutschen Juden dem Versprechen ihrer Integration in die deutsche Gesellschaft unter der Bedingung ihrer Assimilation durch Akkulturation folgten, so...

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