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Die Sprache der Börsenmagazine

Eine pragmalinguistische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung der Textsorte der Investmentempfehlung

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Daniela Puato

Börsenmagazine richten sich an ein heterogenes Publikum aus professionellen Akteuren und Privatanlegern und befinden sich an der Schnittstelle von Fach- und Pressesprache. Sie verfolgen verschiedene pragmatische Zielsetzungen, sowohl adressaten- als auch sprecherzentriert: Inhalte vermitteln und präsentieren, eine Beziehung zum Leser aufbauen, redaktionelle Eigeninteressen wahren. In pragmalinguistischer Perspektive befasst sich die Studie mit Lexik, Morphosyntax und Textstruktur der deutschen Börsenmagazine. Besonderes Augenmerk richtet sich auf die zentrale Textsorte der Investmentempfehlung. Auf der Grundlage eines 3.500 Texte umfassenden Korpus wird untersucht, wie die Handlungsanweisung («Kaufen», «Verkaufen», «Halten») sprachlich formuliert, begründet und eingeschränkt wird.

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0. Einleitung und bibliographischer Einstieg

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Es gibt Fachsprachen, die eine hohe Alltagspräsenz aufweisen. So ist wohl jeder beispielsweise beim Lesen von Beipackzetteln ins Stocken geraten oder hat sich über schwer verständliches Juristendeutsch geärgert. Es erscheint daher kaum verwunderlich, dass die Medizin- und Rechtssprache eingehend wissenschaftlich untersucht worden sind, auch und vor allem in Bezug auf ihre Popularisierung.

Börsenfachsprache hingegen war lange Zeit auf einen engen Expertenkreis beschränkt. In den Jahren seit der Finanzkrise 2008 hat sich dies jedoch grundlegend geändert. Die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank hat dazu geführt, dass die traditionellen Anlageformen des Durchschnittsbürgers, sprich Sparbuch und Lebensversicherung, oft noch nicht einmal die Inflationsrate decken. Vermögenserhalt und -aufbau sind nicht mehr möglich, indem man das Geld einfach auf dem Konto lässt. Auch angesichts sinkender Rentenniveaus erscheinen alternative Investmentformen unumgänglich.

Die Medienlandschaft hat längst darauf reagiert. Die Ratgeber in Buchform zum Thema häufen sich (Einfach erfolgreich anlegen, So machen Sie das Beste aus ihrem Geld u.v.m.), wobei Titel besonders beliebt sind, die das Wort reich enthalten (Reich werden an der Börse, Reich ohne Stress, Reich werden und bleiben u.a.). Selbst Boulevardzeitungen wie Bild befassen sich in ihrer Ratgeber-Rubrik verstärkt mit Geldfragen und sogar die Stiftung Warentest widmet sich immer häufiger der Bewertung von Finanzprodukten.

Eine besondere Rolle kommt Börsenmagazinen zu. Es sind neue Zeitschriften erschienen, die sich spezifisch an Börseneinsteiger richten (wie z.B. Der Anleger). Aber auch etablierte...

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