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Die Sprache der Börsenmagazine

Eine pragmalinguistische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung der Textsorte der Investmentempfehlung

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Daniela Puato

Börsenmagazine richten sich an ein heterogenes Publikum aus professionellen Akteuren und Privatanlegern und befinden sich an der Schnittstelle von Fach- und Pressesprache. Sie verfolgen verschiedene pragmatische Zielsetzungen, sowohl adressaten- als auch sprecherzentriert: Inhalte vermitteln und präsentieren, eine Beziehung zum Leser aufbauen, redaktionelle Eigeninteressen wahren. In pragmalinguistischer Perspektive befasst sich die Studie mit Lexik, Morphosyntax und Textstruktur der deutschen Börsenmagazine. Besonderes Augenmerk richtet sich auf die zentrale Textsorte der Investmentempfehlung. Auf der Grundlage eines 3.500 Texte umfassenden Korpus wird untersucht, wie die Handlungsanweisung («Kaufen», «Verkaufen», «Halten») sprachlich formuliert, begründet und eingeschränkt wird.

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7. Die Investmentempfehlung in ausgewählten Börsenmagazinen (II): die explizite Kaufempfehlung

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In diesem Kapitel befassen wir uns mit der pragmatischen Typologie der expliziten Kaufempfehlung (vgl. 5.3.1). Bei der expliziten Kaufempfehlung ist die Handlungsanweisung im Grundsatz bereits geklärt, bevor der Adressat mit dem Lesen des Textes beginnt: durch die Platzierung in einer festen Kaufrubrik, durch Einbindung in einen umfassenderen Bericht zu vielversprechenden Investments oder durch den Titel bzw. Untertitel, die zum Kauf einladen.1

Im Folgenden werden wir die expliziten Kaufempfehlungen auf der Basis der in 5.2.2 herausgearbeiteten sechs Argumentationsteile einer idealtypischen Empfehlung untersuchen. Zunächst werden die verschiedenen Formen der Informationsangabe und -gewichtung ins Auge gefasst (7.1). Nach einer Betrachtung der redaktionellen Einschätzungen (7.2) sowie der Verweisformen auf externe Expertenmeinungen (7.3) erfolgt eine eingehende Analyse der Handlungsanweisung im engeren Sinne (7.4). Sodann wird der Frage nachgegangen, welche Möglichkeiten genutzt werden, um die gegebene Handlungsanweisung einzuschränken (7.5). Ein Überblick über praktische Tipps zur Orderplatzierung rundet das Bild ab (7.6).

7.1. Informationsangabe und -gewichtung

Der erste Argumentationsteil besteht aus der Angabe von Informationen und deren Gewichtung, wobei wir zwischen der Rolle von positiven (7.1.1) und negativen Informationen (7.1.2) unterscheiden. Die Bereitstellung beider Arten von Informationen dient primär dem wichtigen pragmatischen Ziel, dem Adressaten eine Entscheidungshilfe zu liefern.

7.1.1. Positiv-Informationen

Positiv-Informationen zu einem Investmentprodukt dienen als Kaufargumente. Diese argumentative Stützung ist stets im Text der Investmentempfehlung enthalten. Bei einer Aktie handelt es sich zumeist um Angaben zur günstigen ←165 | 166→Bewertung (1–3), zur hohen Dividendenrendite...

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