Show Less
Restricted access

Die Sprache der Börsenmagazine

Eine pragmalinguistische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung der Textsorte der Investmentempfehlung

Series:

Daniela Puato

Börsenmagazine richten sich an ein heterogenes Publikum aus professionellen Akteuren und Privatanlegern und befinden sich an der Schnittstelle von Fach- und Pressesprache. Sie verfolgen verschiedene pragmatische Zielsetzungen, sowohl adressaten- als auch sprecherzentriert: Inhalte vermitteln und präsentieren, eine Beziehung zum Leser aufbauen, redaktionelle Eigeninteressen wahren. In pragmalinguistischer Perspektive befasst sich die Studie mit Lexik, Morphosyntax und Textstruktur der deutschen Börsenmagazine. Besonderes Augenmerk richtet sich auf die zentrale Textsorte der Investmentempfehlung. Auf der Grundlage eines 3.500 Texte umfassenden Korpus wird untersucht, wie die Handlungsanweisung («Kaufen», «Verkaufen», «Halten») sprachlich formuliert, begründet und eingeschränkt wird.

Show Summary Details
Restricted access

8. Die Investmentempfehlung in ausgewählten Börsenmagazinen (III): die ergebnisoffene Empfehlung

Extract



Bei der ergebnisoffenen Empfehlung kann zum Kauf eines Investmentprodukts geraten werden, aber auch zu „Verkaufen“ und „Halten“.1 Wie im Einzelnen diese Handlungsanweisungen jeweils formuliert sind, sehen wir im Detail unter Punkt 8.4. Es sei vorausgeschickt, dass die Handlungsanweisungen zum Teil in standardisierter Kurzform auftreten. So enthält bei Börse Online jede Investmentempfehlung einen textexternen expliziten Zusatz: „Kaufen“, „Verkaufen“, „Beobachten“. Der Aktionär bietet − in einigen seiner Rubriken − ein standardisiertes Bewertungssystem in Form von Sternen, wobei folgende Entsprechungen gegeben sind: * = „Verkaufen“, ** = „Halten“, ***/****/***** = „Kaufen“.2 Focus Money enthält schließlich kein textexternes standardisiertes Bewertungssystem. Im Folgenden werden wir, sofern vorhanden, zu den zitierten Belegen in eckigen Klammern die textexterne Bewertung angeben.

In diesem Kapitel betrachten wir die ergebnisoffenen Empfehlungen auf der Grundlage der sechs Argumentationsteile einer idealtypischen Empfehlung (vgl. 5.2.2): Angabe von Information und deren Gewichtung (8.1), redaktionelle Einschätzungen (8.2), Verweise auf Expertenmeinungen (8.3), Handlungsanweisung im engeren Sinne (8.4), Beschränkungen der Handlungsanweisung (8.5) und praktische Tipps zur Orderplatzierung (8.6). Den Abschluss des Kapitels bildet ein zusammenfassender Vergleich von ergebnisoffener Empfehlung und expliziter Kaufempfehlung (8.7).

8.1. Informationsangabe und -gewichtung

Der erste Argumentationsteil ist durch die Angabe von Informationen und deren Gewichtung gegeben. Zunächst werden wir die positiven Informationen (8.1.1), dann die negativen Informationen (8.1.2) in Betracht ziehen. Pragmatisch dient die Bereitstellung von Informationen als wichtige Entscheidungshilfe ←197 | 198→für den Adressaten und − je nach Typologie der Empfehlung („Kaufen“, „Halten“, „Verkaufen“) − auch als Warnung an den Anleger...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.