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Die Sprache der Börsenmagazine

Eine pragmalinguistische Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung der Textsorte der Investmentempfehlung

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Daniela Puato

Börsenmagazine richten sich an ein heterogenes Publikum aus professionellen Akteuren und Privatanlegern und befinden sich an der Schnittstelle von Fach- und Pressesprache. Sie verfolgen verschiedene pragmatische Zielsetzungen, sowohl adressaten- als auch sprecherzentriert: Inhalte vermitteln und präsentieren, eine Beziehung zum Leser aufbauen, redaktionelle Eigeninteressen wahren. In pragmalinguistischer Perspektive befasst sich die Studie mit Lexik, Morphosyntax und Textstruktur der deutschen Börsenmagazine. Besonderes Augenmerk richtet sich auf die zentrale Textsorte der Investmentempfehlung. Auf der Grundlage eines 3.500 Texte umfassenden Korpus wird untersucht, wie die Handlungsanweisung («Kaufen», «Verkaufen», «Halten») sprachlich formuliert, begründet und eingeschränkt wird.

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11. Ausblick

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Als Ausblick können verschiedene Desiderata ins Auge gefasst werden, die sich aus der vorliegenden Studie ergeben. Was die Sprache der Börsenmagazine allgemein betrifft, so wäre es interessant, die Printversion der Börsenzeitschriften der jeweiligen Internetseite bzw. App gegenüberzustellen und der Frage nachzugehen, ob sich signifikante Unterschiede in Lexik, Morphosyntax und Textstruktur ergeben. Die pragmatischen Zielsetzungen sind vergleichbar, die sprachlichen Ausprägungen könnten jedoch aufgrund des medialen Unterschieds divergieren.

Was die Investmentempfehlung angeht, so könnte es aufschlussreich sein, über die Börsenmagazine hinaus weitere mögliche Erscheinungsorte zu berücksichtigen. So können Investmentempfehlungen beispielsweise im Rahmen einer umfassenden Buchpublikation auftreten. Es handelt sich dabei zumeist um Ratgeber für Börse und Finanzen, die sich naturgemäß nicht mit dem Tagesgeschäft an den Börsen befassen, sondern eher langfristige Marktentwicklungen und Investmentstrategien fokussieren. Die Empfehlungen haben oftmals Beispielcharakter für gute (oder schlechte) Anlageentscheidungen und sollen vor allem den Investmentansatz des Buchautors untermauern. Interessant wäre auch die Analyse von Investmentempfehlungen in Presseorganen, die sich an ein breites undifferenziertes Publikum wenden, das geringere Fachkenntnisse besitzen dürften als die Leser von Börsenmagazinen. Investmentempfehlungen können aber auch in mündlicher Form erfolgen: Neben allgemeinen Fernsehsendern mit Sendungen zum Börsengeschehen − wie beispielsweise „Börse im Ersten“ (ARD) oder „Telebörse“ (NTV) − sind spezifische TV-Kanäle wie das „Deutsche Anlegerfernsehen“ oder „Ideas TV“ zu nennen. Investmentempfehlungen erfolgen hier zumeist als ungeplante Stellungnahme eines Experten im Laufe eines Interviews.

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