Show Less
Restricted access

Das preußisch-polnische Verhältnis und der Positivismus

Eine kultursoziologisch-postkoloniale Revision

Series:

Katarzyna Kostrzewska-Adam

Der Positivismus gilt als eine längst erschlossene Epoche. Die Erweiterung der literaturwissenschaftlichen Untersuchung um eine Anlehnung an den theoretischen Ansatz der kulturellen Hegemonie von Antonio Gramsci, die theoretischen Begriffe der Postkolonialen Theorie und das Konzept des literarischen Feldes von Pierre Bourdieu ermöglichte der Autorin jedoch einen neuen Zugang. Die Analyse fokussiert den Wechsel des Schreibstils vor dem Hintergrund des deutsch-polnischen Nationenkonflikts. Neben der Neubetrachtung der Genese des Positivismus, bietet dieses Buch einen tiefen Einblick in die Geschichte der deutsch-polnischen Beziehung in ihrem frühen Stadium und zeigt eine große gesellschaftliche Relevanz für das heutige Verhältnis.

Show Summary Details
Restricted access

2. Kultursoziologischer Hintergrund

2. Kultursoziologischer Hintergrund

Extract

Eine kultursoziologische Herangehensweise ist in der polonistischen Literaturwissenschaft kein Novum, allerdings ist sie nicht besonders ausgeprägt. Die gängige Literaturgeschichte beschränkt sich bei der Untersuchung des Positivismus meist auf die Thematisierung der Unwirksamkeit des bewaffneten Kampfes, der einsetzenden Enttäuschung über die ständigen Niederlagen der Aufstände und der daraus resultierenden Resignation sowie der russischen Vorherrschaft als einer besonderen Prämisse für die Entwicklung der polnischen Literatur im 19. Jahrhundert (vgl. Borkowska 1999, Markiewicz 2004 und Miłosz 2010). Im Bereich der Untersuchungen zum deutsch-polnischen Kulturtransfer ist die kultursoziologische Perspektive stärker präsent (vor allem Surynt 2006 aber auch Kneip 1995, Namowicz 2001, Krampitz 2004 und Berwanger 2005, Zduniak-Wiktorowicz 2018). In literaturwissenschaftlichen Untersuchungen im Rahmen der Postkolonial Studies wird dabei vor allem die Rolle und die Bedeutung der Macht und der internationalen Zusammenhänge im deutsch-polnischen Verhältnis in dieser Zeit herausgestellt, die sich in den belletristischen Werken wiederfinden lassen (u.a. Surynt 2006, Kopp 2017, Uffelmann 2017b). Parallel dazu wird in den Untersuchungen zur deutsch-polnischen Beziehung vorrangig die gegenseitige Rezeption der fremden Kultur fokussiert (Zduniak-Wiktorowicz 2018). Andere Forscher und Forscherinnen setzen sich dagegen mit dem deutschen Staat, der deutschen Nation oder Gesellschaft als Thema oder Motiv von belletristischen Werken auseinander (vgl. Kneip 1995, Namowicz 2001, Krampitz 2004 und Berwanger 2005). Nach wie vor fehlt es aber an einer umfassenden Untersuchung der Entwicklung der polnischen Literatur, die alle diese Aspekte gleichzeitig fokussieren würde.

Die konkreten Methoden, die für dieses Werk gewählt...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.