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Weltanschauung und Textproduktion

Beiträge zu einem Verhältnis in der Moderne

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Edited By Anna S. Brasch and Christian Meierhofer

Weltanschauungen haben zwischen 1850 und 1945 in Deutschland Konjunktur. Als philosophische, wissens- und wissenschaftshistorische Diskursangebote reagieren sie im Prozess der Moderne auf entstehende Synthesemängel, auf Ganzheitsverluste und auf das, was zeitgenössisch schlicht ‚Zersetzung‘ heißt. Vor diesem Hintergrund entsteht ein Korpus an Texten, das sich nicht unter dem Rubrum der ‚Weltanschauungsliteratur‘ allein fassen lässt. Die hier versammelten Studien widmen sich der Heterogenität und Transformation weltanschaulicher Textproduktion. Dabei liegen die Schwerpunkte auf diskurs- und konzeptgeschichtlichen Voraussetzungen, auf Gattungskonventionen und Darstellungsformen, auf buch-, medien- und theatergeschichtlichen Praktiken sowie auf der Reflexivität, Reichweite und Schließung des Diskurses.

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Zwischen Wissenschaft und Religion. Zur Selbstpositionierung von Wilhelm Bölsches Weltanschauungsschrift Das Liebesleben in der Natur (Olav Krämer)

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Olav Krämer

Zwischen Wissenschaft und Religion. Zur Selbstpositionierung von Wilhelm Bölsches Weltanschauungsschrift Das Liebesleben in der Natur

Abstract: Wilhelm Bölsche presented the Weltanschauung (world-view) of his widely read book Das Liebesleben in der Natur (Love Life in Nature, 1898–1903) as a theory situated in a space ‘between’ science and religion: as a theory that is based upon scientific findings but at the same time transcends them, using them as a mere starting point for the construction of a world-view that can serve as a substitute for Christianity. This article examines the ways in which Bölsche described and defended this ambiguous position of his Weltanschauung vis-à-vis science and religion. In particular, the paper analyses the conceptions of science, religion and myth presupposed by Bölsche, the metaphors which are central to the self-characterisation of his work, and aspects of the book’s overall rhetorical structure which appear to be determined by Bölsche’s specific understanding of religion and religious needs.

Keywords: Wilhelm Bölsche, Ernst Haeckel, Weltanschauung, science, religion, Darwinism, rhetoric

Dass Weltanschauungen um 1900 vielfach als Gedankengebäude präsentiert werden, die sich auf die empirischen Wissenschaften stützen und zugleich in irgendeiner Weise eine neue Religion stiften oder einen Religionsersatz bieten sollen, ist in der Forschung allgemein anerkannt.1 Es ist auch weitgehend unstrittig, dass Wilhelm Bölsches dreibändiges Werk über Das Liebesleben in der Natur (1898–1903)2 ein Beispiel für diese einerseits wissenschaftlichen,...

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