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Weltanschauung und Textproduktion

Beiträge zu einem Verhältnis in der Moderne

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Edited By Anna S. Brasch and Christian Meierhofer

Weltanschauungen haben zwischen 1850 und 1945 in Deutschland Konjunktur. Als philosophische, wissens- und wissenschaftshistorische Diskursangebote reagieren sie im Prozess der Moderne auf entstehende Synthesemängel, auf Ganzheitsverluste und auf das, was zeitgenössisch schlicht ‚Zersetzung‘ heißt. Vor diesem Hintergrund entsteht ein Korpus an Texten, das sich nicht unter dem Rubrum der ‚Weltanschauungsliteratur‘ allein fassen lässt. Die hier versammelten Studien widmen sich der Heterogenität und Transformation weltanschaulicher Textproduktion. Dabei liegen die Schwerpunkte auf diskurs- und konzeptgeschichtlichen Voraussetzungen, auf Gattungskonventionen und Darstellungsformen, auf buch-, medien- und theatergeschichtlichen Praktiken sowie auf der Reflexivität, Reichweite und Schließung des Diskurses.

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Die Verweltanschaulichung eines Klassikers. Friedrich Schillers Briefe Über die ästhetische Erziehung des Menschen in Buchausgaben (1875–1949) (Philip Ajouri)

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Philip Ajouri

Die Verweltanschaulichung eines Klassikers. Friedrich Schillers Briefe Über die ästhetische Erziehung des Menschen in Buchausgaben (1875–1949)

Abstract: The article deals with book editions of Friedrich Schiller’s Über die ästhetische Erziehung des Menschen (On the Aesthetic Education of Man, 1795) between 1875 and 1949. It is argued that Schiller’s philosophical writings were rediscovered and widley discussed around 1900 and that they were understood within a framework of Weltanschauung (world-view). This essay shows that editions of Schiller’s text fit into that picture. Among others it covers editions by Eugen Kühnemann, Alexander von Gleichen-Rußwurm (published by Eugen Diederichs) and Benno von Wiese.

Keywords: Friedrich Schiller, Eugen Kühnemann, Eugen Diederichs, Diederichs publishing house, Alexander von Gleichen-Rußwurm, Benno von Wiese

1 Paratextproduktion und Verweltanschaulichung

Friedrich Schillers Briefe Über die ästhetische Erziehung des Menschen mit Weltanschauungsliteratur in Zusammenhang zu bringen, scheint zunächst ungewöhnlich zu sein. Immerhin versteht man heute unter Weltanschauungsliteratur – Horst Thomé folgend – eine Gattung von Texten, die das Faktenwissen der Naturwissenschaften spekulativ erweitert und dieses Text-Konglomerat unter Beziehung auf die Lebenserfahrung des Autor-Ichs legitimiert, um so zu einer ganzheitlichen Sicht der Welt zu gelangen und daraus Handlungsanweisungen abzuleiten.1 In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert hat diese Art von Literatur Hochkonjunktur. Der monistische Darwinismus von Ernst Haeckel und Wilhelm Bölsche oder David Friedrich Strauß’ Der alte und der neue Glaube (1872) können als paradigmatisch für Weltanschauungsliteratur betrachtet werden. Weder von...

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