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Die Hofordnungen der Herzöge von Burgund

Band 2: Die Hofordnungen Herzog Karls des Kühnen 1467–1477

von Valérie Bessey (Band-Herausgeber:in) Sonja Dünnebeil (Band-Herausgeber:in) Paravicini Werner (Band-Herausgeber:in)
©2021 Andere 552 Seiten
Open Access
Reihe: Kieler Werkstücke, Band 19

Zusammenfassung

In wenigen Texten tritt die Figur Herzog Karls des Kühnen von Burgund (reg. 1467-1477) in seinem Ehrgeiz und seinem Organisationsvertrauen so deutlich hervor wie in diesen seinen Hofordnungen. Hier werden sie erstmals ediert, zunächst die Ordnung für seine (3.) Frau Margarete von York von 1468, dann das umfangreiche Hofordnungswerk von 1469, dessen Prachthandschriften (deren eine abgebildet wird) an fremde Höfe verschickte wurden, weiter die Ergänzungsordonnanz von 1472, die Gardeordonnanz von 1473 und schließlich neben einem Hofstaatsverzeichnis die überaus detaillierte Ordnung von 1474, die bis zum Ende der Regierung auch die Änderungen im Personalbestand verzeichnet. Hinzu kommen eine kurze Hofstaatsbeschreibung von 1472 und die Sonderrechte der Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies von 1473. Der ganze Nordwesten Europas ist betroffen: Frankreich, Belgien, die Niederlande, Luxemburg und das Reich. Glossar, Bibliographie und mehrere Indices erschließen den Band. Königlicher Anspruch, Organisation und Zeremoniell, zivile und militärische Verwaltung, Audienz, Hofkapelle und Höchstgerichtbarkeit werden hier illustriert sowie eine Hoforganisation, die für das habsburgische Europa vorbildlich wurde.

Inhaltsverzeichnis

  • Cover
  • Titel
  • Copyright
  • Autorenangaben
  • Über das Buch
  • Zitierfähigkeit des eBooks
  • Inhaltsverzeichnis
  • Einleitung
  • Editionsgrundsätze
  • Edition
  • 1 Die verlorene Hofordnung von 1468
  • 2 Die Hofordnung für Herzogin Margarethe von York von 1468
  • 3 Das Hofordnungswerk von 1469
  • 3.1 Die allgemeine Ämterordnung (Rahmenordonnanz) von 1469
  • 3.2 Die einzelnen Ämterordnungen
  • 3.2.1 Die Ordnung für den Ersten Kammerherren
  • 3.2.2 Die Ordnung für die zwei Kammerherren (sechs Monate Dienst)
  • 3.2.3 Die Ordnung für die drei Kammerherren (vier Monate Dienst)
  • 3.2.4 Die Ordnung für die vier Kammerherren (drei Monate Dienst)
  • 3.2.5 Die Ordnung für die zwei Brotmeister (sechs Monate Dienst)
  • 3.2.6 Die Ordnung für die zwei Schenken (sechs Monate Dienst)
  • 3.2.7 Die Ordnung für den Ersten Vorschneider
  • 3.2.8 Die Ordnung für den Ersten Stalljunker
  • 3.3 Die verlorene Personalordonnanz
  • 4 Die Ergänzungsordonnanz von 1472
  • 5 Die Gardeordonnanz von [1473]
  • 6 Die Hofordnung von 1474 und das zeitgleiche Hofstaatsverzeichnis
  • 6.1 Das Hofstaatsverzeichnis von 1474
  • 6.2 Die Hofordnung von 1474
  • Anhang
  • 7.1 Kurzbeschreibung des Hofstaates von 1472
  • 7.2 Die Vorrechte der Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies (1473)
  • Verzeichnisse
  • Übersicht über die Zahl der Ämter und Amtsinhaber in den Hofordnungen Karls des Kühnen
  • Glossar
  • Chronologisches Verzeichnis der Nachträge in der Hofordnung von 1474
  • Abkürzungen
  • Archivalienverzeichnis
  • Bibliographie
  • Indices
  • Index der Ausstellungs-, Publikations- und Nachtragsorte
  • Index der genannten Personen

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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über
http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Umschlagabbildung:

Siegel der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Die Universität trägt ihren Namen nach ihrem Gründer, dem Herzog Christian Albrecht von Schleswig-Holstein-Gottorf, der sie im Jahre 1665 – nur siebzehn Jahre nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges – für sein Herzogtum ins Leben rief. An diese Zeit erinnert auch ihr Siegel: Es zeigt eine Frauengestalt mit einem Palmzweig und einem Füllhorn voller Ähren in den Händen, die den Frieden versinnbildlicht. Das Siegel trägt die Unterschrift: Pax optima rerum (Frieden ist das höchste Gut).

Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

ISSN 0936-4161

ISBN 978-3-631-82498-6 (Print)

E-ISBN 978-3-631-82641-6 (E-PDF)

E-ISBN 978-3-631-82642-3 (EPUB)

E-ISBN 978-3-631-82643-0 (MOBI)

DOI 10.3726/b17139

© Valérie Bessey / Sonja Dünnebeil /
Werner Paravicini (Hrsg.), 2020

Peter Lang – Berlin . Bern . Bruxelles . New York .

Oxford . Warszawa . Wien

Open Access: Dieses Werk ist lizensiert unter der Creative
Commons Lizenz Namensnennung - Nicht kommerziell -
Keine Bearbeitungen 4.0 International (CC BY-NC-ND 4.0).
Den vollständigen Lizenztext finden Sie unter: https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/deed.de

Diese Publikation wurde begutachtet.

www.peterlang.com

Autorenangaben

Dr. Valerie Bessey wurde an der Universität Sorbonne (Paris IV) promoviert. Sie arbeitet vorrangig für die Société de l’Histoire et du Patrimoine de l’ordre de Malte in Paris und ediert Quellen zum Malteserorden und zum Hof der Herzöge von Burgund im Mittelalter.

Dr. Sonja Dünnebeil arbeitet vorrangig am Institut für Mittelalterforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und ediert Quellen zur Geschichte Burgunds, des Ordens vom Goldenen Vlies und zu den Habsburgern des späten 15. Jahrhunderts.

Dr. Werner Paravicini, geboren 1942, forscht seit seiner Dissertation (Guy de Brimeu) und Habilitation (Die Preußenreisen) über Adel und Höfe im spätmittelalterlichen Europa. Er war Universitätslehrer in Kiel und von 1993 bis 2007 Direktor des Deutschen Historischen Instituts in Paris.

Über das Buch

In wenigen Texten tritt die Figur Herzog Karls des Kühnen von Burgund (reg. 1467–1477) in seinem Ehrgeiz und seinem Organisationsvertrauen so deutlich hervor wie in diesen seinen Hofordnungen. Hier werden sie erstmals ediert, zunächst die Ordnung für seine (3.) Frau Margarete von York von 1468, dann das umfangreiche Hofordnungswerk von 1469, dessen Prachthandschriften (deren eine abgebildet wird) an fremde Höfe verschickte wurden, weiter die Ergänzungsordonnanz von 1472, die Gardeordonnanz von 1473 und schließlich neben einem Hofstaatsverzeichnis die überaus detaillierte Ordnung von 1474, die bis zum Ende der Regierung auch die Änderungen im Personalbestand verzeichnet. Hinzu kommen eine kurze Hofstaatsbeschreibung von 1472 und die Sonderrechte der Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies von 1473. Der ganze Nordwesten Europas ist betroffen: Frankreich, Belgien, die Niederlande, Luxemburg und das Reich. Glossar, Bibliographie und mehrere Indices erschließen den Band. Königlicher Anspruch, Organisation und Zeremoniell, zivile und militärische Verwaltung, Audienz, Hofkapelle und Höchstgerichtbarkeit werden hier illustriert sowie eine Hoforganisation, die für das habsburgische Europa vorbildlich wurde.

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3.1
Die allgemeine Ämterordnung (Rahmenordonnanz) von 1469

Datum des Mandats: Brüssel 1. Januar 1469 (n. St.).

Datum der Publikation: unbekannt. – Dagboek van Gent II, 1904, S. 216, berichtet, dass Herzog Karl schon am 18. Dezember 1468 im großen Saal seiner Residenz in Brüssel alle Ritter, Räte und Amtsträger seines Haushalts antreten ließ, um diese über Neuerungen der Hoforganisation zu unterrichten18.

Datum des Inkrafttretens: unbekannt. – Es schienen bald jedoch Ergänzungen nötig gewesen zu sein, die als Nachtrag zur Einzelordnung für die drei Kammerherren im dreimonatigen Dienst festgehalten wurden (Nr. 3.2.4, § 13–43).

Vorbemerkung:

Um den Anmerkungsapparat nicht zu überlasten und die Brauchbarkeit der Textausgabe (hier nach B1) aufrechtzuerhalten, wurden die zahlreichen graphischen Varianten und Schreibfehler nicht angezeigt, sondern nur inhaltliche.

Gliederung

[Präambel] 1
[Ämter und Zahl der Hofbeamten]
Chapelle 2
Chambellans 3
Maistres d’ostel 4
Pannetiers 5
Somelliers de la panneterie 6
Eschançonnerie 12
Sommeliers de l’eschançonnerie 13
Escuijers trenchans 19
Varletz servans 20
Cuisine 21
Saulcerie 35
Fruiterie 38
Escuirie 41
Fourriere 60
Varletz de chambre 69
Autres varletz de chambre 75
Garde robe 82
Tapisserie 84
Espisserie 87
Medecins 89
Cyurgiens 91
Confesseur et autres chapellains 93
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Maistre des requestes 99
Secretaires 105
Chambre aux deniers et clercz d´office 109
Officiers d’armes 113
Roys d’armes 116
Heraulx comptez par demy an 122
Poursievans d’armes 129
Trompettes 133
Archiers de corpz 136
Ordonnances touchant la chapelle 137
De l’office dudit premier chapelain 170
Des sommeliers 174
Ordonnance du fourrier de la chapelle 190
Ordonnance des chambellans 191
Ordonnance des gentilz hommes 197
[Allgemeine Bestimmungen zu den Chambellans und Gentilz hommes] 200
[Öffentliche Audienz] 203
Ordonnance touchant les officiers particulliers 213
Ordonnance touchant les medicins 230
Ordonnances du Conseil 232
[Taxliste für die Sekretäre, Greffiers, Advocaten und Prokuratoren] 256
[Zusammensetzung des Rates] 304
Ordonnance touchant les huissiers et sergens d’armes 305
Ordonnance des archiers de corps 307
[Ausführungsmandat] 316

Überlieferung

AOriginal auf Pergament. Einband aus blauem Samt, eigene Stoffhülle mit Goldkordel (vgl. S. 60, § g), angefertigt für Herzog Karl: verloren.

B1Abschrift oder Zweitausfertigung von A auf Pergament, um 1470. Heft mit 48 Folia, umfasst von drei Vorsatzblättern (eines aus Papier, zwei aus Pergament) [1+2+6.IV+2+1]. Größe: 310x215 mm. Schriftraum 185x123 mm mit 27 Zeilen, Regulierung und Zeilen in Rot; einzelne Überschriften rubriziert; fol. 1 reichverzierte Initiale C (Gold auf mattem Rot). Schrift: burgundische Bastarda eines recht unaufmerksamen Schreibers19. Brauner Ledereinband, auf dem Buchrücken goldener Prägedruck „Hatt: 72“, darunter ein bedrucktes ←62 | 63→Papierlabel „MS. Hatton 13“ (diese Signatur noch einmal auf fol. 1r wiederholt). Der Band weist kaum Gebrauchsspuren auf. Vormalige Besitzer: Thomas Pynar (Vermerk [16. Jh.?] auf fol. 1r); vorstellbar wäre, dass dieser Band vergleichbar mit der Militärordonnanz von 1473 von Herzog Karl an seinen Schwager König Eduard IV. von England übergeben worden ist: Oxford, Bodleian Library, Ms. Hatton 13 (ehem. 72)20 = Druckvorlage.

B2Abschrift oder Zweitausfertigung von A auf Pergament, Heft mit 48 Folia; Schreiber Jean du Quesne aus Lille (siehe dazu S. 59, § c): verloren.

B3zeitgenössische Abschrift oder Zweitausfertigung von A auf Pergament. Letzter Teil einer Sammelhandschrift mit dem Titel „French ordinances”, die beim Brand der Bibliothek von Sir Robert Cotton († 1631) in Ashburnham House, Westminster im Jahr 1731 stark beschädigt wurde; die Fragmente wurden 1753 an das British Museum überführt und werden heute in der British Library in Cellophan eingenäht aufbewahrt;alle 39 Bll. (dieser Ordnung) sind in Teilen erhalten, aber ungefähr ein Viertel des Textes ist verloren und ein weiteres Viertel nur schwer lesbar (§§ 139–155); Größe: heute 255x340 mm; durch Brand geschrumpft). Schriftraum: ca. 125–190 mm mit 27 Zeilen; Reste von roter Linierung erkennbar (z.B. fol. 20); einzelne Überschriften rubriziert; reichverzierte Initiale C (Gold auf blauem Grund). Der Text wurde nachträglich durchgesehen und mit Korrekturen versehen (z.B. § 116): London, British Library, Cotton Ms. Otho. B. 1221 = Textvorlage für Varianten.

C1zeitgenössische Registerkopie (von A?) für die Rechnungskammer in Dijon, vgl. § 316: lesquelles voulons estre enregistrees en chascune desditez chambres de nosditz comptes; die Namen von Dijon, Lille und Brüssel sind kurz vorher genannt: verloren.

C2desgleichen für die Rechnungskammer in Lille: verloren.

C3desgleichen für die Rechnungskammer in Brüssel: verloren.

DKopie (so E2) in der Bibliothek des Jean-Jacques Chifflet (Teile dieser Bibliothek heute in Besançon, Bibl. Municipale, Coll. Chifflet): nicht auffindbar22.

E1Kopie auf Papier, 17. Jh., Sammelhandschrift mit dem Titel Curiosités et recherches mit diversen Chroniken, Ordnungen und Berichten (13.-16. Jh.) und Besitzervermerk P. Goding, der wohl auch der Schreiber war, sowie das Jahr 1660. Diesem Text ist nicht zu entnehmen, welche Vorlage benutzt wurde, es dürfte aber dieselbe sein, die auch ←63 | 64→Hs. D zugrunde lag23: Brüssel, BR, Goethals ms. 100, fol. 80–12824 = Textvorlage für Varianten25.

E2Kopie auf Papier, 17. Jh., überschrieben mit „Etiquettes et ordonnances de la royale maison de Bourgogne, tirées de la Bibliothèque de messire Jean Jacques Chifletius, chevalier, conseillier, et premier Médecin de la chambre de S.M. Catholique M.DC.LXIV“ (D): Wien, ÖNB, cod. 719626 = Textvorlage für Varianten.

Auszüge: London, College of Arms, Ms. Anstis, Officers of Arms, Bd. 3, S. 437 (18. Jh., nach B2; betr. Herolde). Paris, BNF, Coll. Bourgogne 29, fol. 69 (18. Jh., ohne Quellenangabe [Dijon, Chambre des Comptes]: »Extrait des ordonnances de l’hôtel du duc de Bourgogne fait le 14 septembre 1469«, § 224)27. SCHWARZKOPF, Studien, 1955, Anhang S. 14f. (§ 1). SCHRYVER, Spierinc, 1969, S. 437 (teilw. § 1). VAUGHAN, Charles, 1973/2002, S. 193–196 (engl. Übersetzung von § 163 und 304). COCKSHAW, Chancellerie, 3, 1975, S. 63–67, Nr. 12 (nach B1; betr. Sekretäre [§§ 1, 105–108, 237–240, 255–294, 316). ROMPAEY, Hofraad, 1981, S. 315–322 (unkritisch nach B1; betr. Hofrat und Großen Rat, §§ 232–304). FALLOWS, Specific Informations, 1983, S. 145–159 (nach B1; betr. Hofkapelle (§§ 1, 2, 93–98, 133–135, 137–190). PARAVICINI, Court, 1991/2002, S. 519 (zitiert in engl. Übersetzung § 202). PARAVICINI, Ordre et règle, 1999/2002, S. 678–706 (§§ 1, 155, 203, 207, 230f., 236, 251, 305). FIALA, Mécénat, 2002, S. 91–100 (nach B1; betr. Hofkapelle). PARAVICINI, Montpellier, 2010, S. 348 (§§ 203f.).

Erwähnung (zeitgenössisch): In der Rechnung des Argentiers im Jahr 1469: (1.) zur Herstellung der Ordnungen; dazu mehr auf S. 56–60 (2.) Auszahlung für Michelet du Pré, für seine Reise im April 1469 nach Brügge devers ledit argentier pour avoir les ordonnances de l’ostel de mondit seigneur estans lors en ung coffre des finances estant a Bruges (Comptes de l’Argentier 1469, 2002, S. 124, Nr. 455). (3.) Auszahlung einer Pension für Martin dit Bon de Rely, Rat und Kammerherr Herzog Karls, pour son entretenement devers luy [Karl] et en son hostel, avant les ordonnances par luy faictes sur l’estat, conduicte et gouvernement de son hostel (Comptes de l’Argentier 1469, 2002 S. 296f. § 1154).

Erwähnungen (Auswahl): Dagboek van Gent II, 1904, S. 216f. SCHWARZKOPF, Studien, 1955, S. 35a-38, 67–77. SCHWARZKOPF, Cour, 1963, S. 97 mit Anm. 20, S. 99f. mit Anm. 32, S 102–104 mit Anm. 37 und 42. SCHMIDT-SINNS, Heerwesen, 1966, S. 77–79 (zur militärischen Bedeutung; nach Schwarzkopf, Cour). BOEREN, Dichters, 1968, S. 104, 107. BITTMANN, Commynes, I/2, 1964, S. 406f., 478f. COCKSHAW, Chancellerie, 3, 1975, S. 63 Anm. 1 (nach B1, »exemplaire réalisé pour le duc«). VAUGHAN, Charles, 1973/2002, S. 193–196. ROMPAEY, Grote Raad, 1973, S. 52f. Kat. Charles, Brüssel 1977, S. 10 mit Anm. 24. ROMPAEY, Hofraad, 1981. ARNOULD, Séjour, 1981, S. 48, Anm. 69 (nach Schwarzkopf). COCKSHAW, Personnel, 1982, ←64 | 65→S. 97f. PARAVICINI, Ordonnances, 1986/2002, S. 42. DERS., Court, 1991/2002, S. 508, Anm. 5, S. 511, 516, 519f. DERS., Ordre et règle, 1999/2002, S. 674–676, Nr. 3 und S. 678–706 (Auswertung). STEIN/DÜNNEBEIL, Catalogue, 1999, Nr. 536 (nach B1 und H2). HUESMANN, Hospitality, 2001, S. 2–10. PARAVICINI, Magnificences, 2001, S. 341. FIALA, Mécénat, 2002, S. 67–69, 134f. TABRI, Culture, 2004, S. 14, 32–38, 40f. (nach B1) sowie S. 155–161, Anhang 1 (Zusammenstellung der Hofbedienstete aufgrund dieser HO). PARAVICINI, Montpellier, 2010, S. 348. CALLEWIER, Singers, 2013, S. 219 (betr. Hofkapelle, nach Fallows).

Handschriftenstemma

[ fol. 1r]

CE SONT LES ORDONNANCES DE LHOSTEL DE MONSEIGNEUR LE DUC DE BOURGOIGNE31 EN TOUS ESTAS28

[1]Comme29 il ait30 pleu a mon tresredoubté seigneur, monseigneur le duc de Bourgoigne31, de Lotherice32, de Brabant, de Lembourg et33 de Lucembourg, conte de Flandres, d’Artois, 34de Bourgoine palatin, de Henau, de Hollande, de Zeelande et de Namur, marquis du Saint Empire, seigneur de Frize, de Salins et de Malignes34, mettre sus l’estat de son hostel, lequel, pour la multitude des chevaliers, escuijers et autres serviteurs supostz35 d’ycelluy36, a besoing d’estre par grant activité et dilligence entretenu, adfin que les estatus et ordonnances d’icelluy ne soient en nulle37 maniere trespassees, enfraintes ne viollees, mais soient toutes choses faites ←65 | 66→et conduites reveramment, ordonneement et rigleement a l’onneur de Dieu et38 de mondit seigneur et de tous ceulx de sondit hostel. Laquelle chose, pour39 la licence qui en tous estas a esté par longtemps nourrie en ceste maison, n’est pas legiere a faire, se n’estoit que les serviteurs d’icelle, pour l’amour et desir40 qu’ilz, en tous estas, doibvent avoir de complaire, honnourer et servir mondit seigneur, se voulsissent d’eulz meismes rigler et mettre en ordre, laquelle chose, tant par ygnorance comme autrement, ne seroit permanente ne durable. C’est doncques chose urgente et necessaire que la maison, que mondit seigneur tant desire en son temps estre honnourablement riglee et conduite, soit, non par ung seul mais par [fol. 1v] plusieurs, chascun en son estat, par continuelle solicitude, entretenue, maintenue et gardee. A quoy iceluy seigneur, combien que par souverain zele il le desire, ne peult vaquer, au moins41 si frequentanment comme l’affection singuliere que il a de veoir les chosses bien dressees, riglees, conduites et bien42 entretenues, a ce le stimule et provoque, tant pour la cause de la charge de justice, qui luy est commixtement* avec son ame 43en ce monde nee43 et dont ne se44 veult, toutes choses postposees*, jamais separer, car les graces que il a de nostre benoist Redempteur recheues45, a ce le46 obligent oultre ce que d’office il le doit, comme pour la conduite de ses finances. A laquelle47 chose, s’il ne veult plus vivre tyrant que juste prince, il luy convient necessairement vaquer et sans les autres souverains negoces et grans affaires, esquelz pour le bien48, seureté et repos de ses subgetz, pays, terres et seigneuries, il luy fault souvent49 courre* comme au feu. Doncques, il y a50 bien falu ordonner gens qui soubz luy ayent auctorité pour garder et entretenir la justice, l’ordre51 et rigle qui52 veult estre desormais gardee et entretenue en sondit hostel. Et adfin que chascun sache comment il se devera conduire et a qui ne53 en quoy il devera obeyr, pour ce que vaine chose seroit avoir ordonné gens pour la conduite de la maison, s’ilz ne avoient le obeissance de ceulx, de qui et en ce qu’ilz la doivent avoir, mondit seigneur a fait mettre et redigier par escript les ordonnances qui cy aprés s’ensuyvent.

[fol. 2r]

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CHAPELLE

[2]Premierement, mondit seigneur veult et ordonne que54 doresenavant sa chapelle domestique soit entretenue et gouvernee en son hostel par le nombre de xxv personnes cy dessoubz declarés55, c’est asçavoir: xiij chapelains, vj clers, v sommeliers et j fourrier qui auront56 gaiges, lesquelz feront et continueront journellement le57 divin service tant en meurs comme en maniere de honnestement vivre.

CHAMBELLANS

[3]Mondit seigneur aura doresenavant avec son premier chambellan le nombre de cent chambellans que il a choisis et esluz en ses58 pays, dont les x seront tousjours comptés, eulz estans devers mondit seigneur; les xx seront comptés par demy an, 59asçavoir les dix le premier demy an59 et les autres x le second demy an; les xxx seront comptez par iiij mois, c’est60 asçavoir x les premiers iiij mois, aultres61 x les quatre mois ensuyvans et les autres x les darniers iiij autres62 mois de l’annee; et les xl seront comptés par iij moys en l’an, eulz estans devers mondit seigneur, asçavoir les premiers x le premier terme de iij mois, autres x le second terme de iij moys, autres63 x le tiercz terme de iij mois et les autres x le quart terme de64 iij mois. Et ainsi seront tousjours comptés xl de65 tous lesditz chambellans sans le premier chambellan, eulx estans devers [fol. 2v] mondit seigneur ou autres de l’ordonnance en leur absence66.

Maistres d’ostel

[4]Mondit seigneur aura ung premier et grant maistre d’ostel, tousjours servant, luy estant devers luy. Et avec ce, aura quatre autres maistres d’ostel, servans chascun par demy an et l’ung en l’absence de l’autre67.

Pannetiers

[5]Mondit seigneur aura deux pannetiers faisans68, a tour de demy an en demy an, la69 despence de son hostel. Avec ce aura xl autres pannetiers, qui serviront a tour ←67 | 68→de troys moys en troys moys, asçavoir a chascune fois x, sans celuy qui fait la despence. Et se70 auchun de ceulz dont il est le tour de servir feust absent, mondit seigneur baille icelle absence a celuy des autres pannetiers estans devers luy qui71 luy plaist.

Sommeliers de la panneterie

[6]Mondit seigneur aura deux sommeliers de la panneterie, servans a tour de demy an en demy an.

[7]Il aura ausi deux garde linges, servans a tour [fol. 3r] de demy an en demy an.

[8]Deux oublieurs, comptez72 par demy an et l’ung en l’absence de l’autre.

[9]Deux huissiers de salle, servans a tour de demy an en demy an et l’ung en l’absence de l’autre.

[10]Ung lavendier, tousjours compté, luy estant devers mondit seigneur.

[11]Et si aura deux porte73 chappes, servans a tour de demy an en demy an.

Eschançonnerie

[12]Mondit seigneur aura deux eschançons faisans la despence, de demy an en demy an, et xl autres eschançons qui serviront a tour de troys moys en troys moys, asçavoir est74 a chascune foys x avec celuy qui fera la despence, lequel sera tenu de dilligenter le fait de son office. Et se75 auchun de ceulx dont il est le tour de servir feust absent, en ce cas mondit seigneur y pourverret76 comme des pannetiers77.

Sommeliers de l’eschançonnerie78

Details

Seiten
552
Erscheinungsjahr
2021
ISBN (Hardcover)
9783631824986
ISBN (PDF)
9783631826416
ISBN (ePUB)
9783631826423
ISBN (MOBI)
9783631826430
DOI
10.3726/b17139
Open Access
CC-BY-NC-ND
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2021 (März)
Schlagworte
Edition Belgien Frankreich Adel Garde Zeremoniell Niederlande Margarete v. York Parlament von Mecheln Verwaltung
Erschienen
Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Warszawa, Wien, 2021. 552 S., 12 farb. Abb.
Produktsicherheit
Peter Lang Group AG

Biographische Angaben

Valérie Bessey (Band-Herausgeber:in) Sonja Dünnebeil (Band-Herausgeber:in) Paravicini Werner (Band-Herausgeber:in)

Dr. Valerie Bessey wurde an der Universität Sorbonne (Paris IV) promoviert. Sie arbeitet vorrangig für die Société de l'Histoire et du Patrimoine de l'ordre de Malte in Paris und ediert Quellen zum Malteserorden und zum Hof der Herzöge von Burgund im Mittelalter. Dr. Sonja Dünnebeil arbeitet vorrangig am Institut für Mittelalterforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und ediert Quellen zur Geschichte Burgunds, des Ordens vom Goldenen Vlies und zu den Habsburgern des späten 15. Jahrhunderts. Dr. Werner Paravicini, geboren 1942, forscht seit seiner Dissertation (Guy de Brimeu) und Habilitation (Die Preußenreisen) über Adel und Höfe im spätmittelalterlichen Europa. Er war Universitätslehrer in Kiel und von 1993 bis 2007 Direktor des Deutschen Historischen Instituts in Paris.

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Titel: Die Hofordnungen der Herzöge von Burgund