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Das Zusammenwachsen von Handwerkskammern in Deutschland

Ein Rückblick bis zum Inkrafttreten der Handwerksordnung im Jahre 1953

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Hans-Karl Bauer

Wenn zwei oder mehrere Unternehmen ihre wirtschaftliche und rechtliche Selbständigkeit verlieren und gemeinsam ein neues Unternehmen bilden, bezeichnet man dies gemeinhin als Fusion. Während derartige Prozesse in der freien Wirtschaft sehr häufig anzutreffen sind, bilden Fusionen im Bereich der Körperschaften des öffentlichen Rechts eher die Ausnahme. Das vorliegende Werk beschreibt Fusionsverfahren von Handwerkskammern in sechs verschiedenen Bundesländern von der Gegenwart rückblickend bis ins Jahr 1953. Welche Gründe waren ausschlaggebend? Welche tatsächlichen und rechtlichen Hindernisse mussten überwunden werden? Wie gestalteten sich die Fusionsverfahren? Diese Publikation versucht Antworten auf diese Fragen zu finden und möchte als Leitfaden für künftige Handwerkskammerfusionen dienen.

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A. Einleitung

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Die Entwicklung des Bestandes der Selbstverwaltungskörperschaften seit Inkrafttreten der Handwerksordnung im Jahre 1953 hat Will kurz und prägnant dargestellt. Diesen Ausführungen1 ist Folgendes zu entnehmen: Am 01.01.1953, wenige Monate vor Inkrafttreten der Handwerksordnung, existierten im Bundesgebiet einschließlich Berlin-West 47 Handwerkskammern. Lange Zeit blieb die Zahl der Handwerkskammern weitgehend konstant. Es kam nur zu wenigen Veränderungen. In Baden-Württemberg fusionierten 1954 die Handwerkskammer Bruchsal und die Handwerkskammer Pforzheim mit der Handwerkskammer Karlsruhe. In Bayern wurden ebenfalls im Jahre 1954 die Handwerkskammer Lindau und die Handwerkskammer Schwaben vereinigt, so dass die Gesamtzahl auf 44 zurückging. Mit der Integration des Saarlandes in die Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1957 stieg die Anzahl der Handwerkskammern wieder auf 45. Bis 1973 änderte sich die Zahl der Handwerkskammern nicht. Zum 01.01.1974 vereinigten sich die Handwerkskammer zu Bielefeld und die Handwerkskammer Detmold zur neuen Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld und im gleichen Jahre erfolgte die Fusion der Handwerkskammer Niederbayern mit der Handwerkskammer der Oberpfalz, so dass im Statistischen Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland am 01.01.1975 43 Handwerkskammern gelistet wurden2.

Schon vier Jahre später, im Jahre 1979, kam es in Hessen zu einer Veränderung in der Handwerkskammerlandschaft. In diesem Bundesland wurde in der Zeit von 1970 bis 1977 eine umfassende kommunale Gebietsreform durchgeführt, die nicht ohne Auswirkungen auf die Organisationsstruktur der hessischen Handwerkskammern blieb. Aus den ursprünglich vier hessischen Handwerkskammern Darmstadt, Frankfurt, Kassel und Wiesbaden wurden nur noch drei, da die Handwerkskammern Darmstadt und Frankfurt zur neuen...

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