Show Less
Restricted access

Untersuchungen zum Urslavischen: Einleitende Kapitel, Lautlehre, Morphematik

Series:

Georg Holzer

Gegenstand dieses Buches ist das um ca. 600 n. Chr. gesprochene Urslavische. Nach der historischen und geographischen Einordnung und der Bestimmung der soziolinguistischen Funktion dieser Sprache behandelt das Buch theoretisch und empirisch die Frage ihrer Einheitlichkeit. Es folgt die hauptsächlich auf die Lehnbeziehungen des mittelalterlichen Slavischen gestützte Rekonstruktion der Phonetik des Urslavischen und der Lautung und Akzentuierung urslavischer Wörter. Danach werden Bereiche der Morphologie des Urslavischen, insbesondere der Wortbildung, detailliert behandelt, wobei im Wesentlichen auf die Methoden der „generativen Phonologie" zurückgegriffen wird. Auch da wird die urslavische Akzentologie konsequent mitberücksichtigt.

Show Summary Details
Restricted access

Tf. 4: Tautosyllabisches ew ≥ jaw

Extract

Ein Suffix °è˙ benötigt man zum Beispiel, um ursl. °stawd|ej|ø ≥ 2 7 14 23 *stawdi «studь» fem. ‘Kälte’ (> nšt. stȗd fem. id.) und ursl. °stawd|è˙|ā˙ ≥ 3 14 15 23 *staw˙dā˙ ‘Kälte’ (> nšt. stȕda id.) zusammenstellen zu können.

Zur Motion dient °è˙ in ursl. °warn|è˙|ā˙ ≥ 3 14 15 23 *war˙nā˙ «vorna» fem. ‘Krähe’ von ursl. °warn|u ≥ 23 *warnu «vornъ» mask. ‘Rabe’. Zwischen ursl. *sir˙nā˙ «sьrna» ‘Reh’ und uridg. *srno- ‘Rehbock, Hirsch’ könnte ursprünglich dasselbe Verhältnis bestanden haben, das aber wegen des Abkommens von letzterem im Slavischen keine morphematische Bedeutung mehr hätte. Siehe aber auch H05: 44 Fn. 64. – Motionsähnliche Verhältnisse herrschen auch in ursl. °gurb|è˙|ā˙ ≥ 3 14 15 23 *gur˙bā˙ «gъrba» ‘Buckel’ (> nšt. gȑba ‘Buckel’) von ursl. °gurb|u ≥ 23 *gurbu «gъrbъ» ‘Buckel’ (> russ. gorb, G Sg. gorba ‘Buckel’), ursl. °teng|è˙|ā˙ ≥ 3 14 15 23 *ten˙gā˙ «tęga» ‘Gewicht’ (> russ. tjaga ‘Zug’) von ursl. °teng|u ≥ 23 *tengu «tęgъ» ‘Gewicht’ (> nšt. tȇg, G Sg. tȇga ‘schwere Arbeit’), ursl. °rind|è˙|ā˙ ≥ 3 14 15 23 *rin˙dā˙ «ręda» ‘Ordnung’ (> nšt. rȅda id.) von ursl. °rind|u ≥ 23 *rindu «rędъ» ‘Ordnung’ (> nšt. rȇd, G Sg. rȇda) (vgl. Metka Furlan in Bezlaj III 164) und ursl. °winz|è˙|ā˙ ≥ 3 14 15 23 *win˙zā˙ «vęza» ‘Verbindung’ (> nšt....

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.