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Et in Arcadia ego. Rom als deutscher Erinnerungsort

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Edited By Joanna Jabłkowska and Karolina Sidowska

Dieses Buch bezeugt eine fortwährende Faszination für die Ewige Stadt, nicht nur in vergangenen Epochen der Klassik und Romantik, sondern auch in der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur – unter anderen bei Wolfgang Koeppen, Ingeborg Bachmann, Rolf Dieter Brinkmann, Hanns-Joseph Ortheil, Uwe Timm und Josef Winkler. Rom bleibt ein wichtiges Ziel für (Bildungs-)Reisen, Ort für Stipendienaufenthalte (Villa Massimo) und ist stets Quelle der abendländischen Kultur im europäischen Bewusstsein. Die Auseinandersetzung mit dieser Tradition, vor allem mit Goethes kulturprägenden Bildern aus der Italienischen Reise, mit der realen Stadtlandschaft und ihrer Ikonographie in der Pop-Kultur verläuft in der Gegenwartsliteratur oft kritisch und dient nicht zuletzt der Reflexion über eigene private oder nationale Ansprüche und Identitäten.

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Vom Fenster der Villa Massimo aus: Rom mit den Augen Hanns-Josef Ortheils: (Joanna Firaza)

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Joanna Firaza

Abstract: Die Kultureinrichtung der Bundesrepublik Deutschland, Die Deutsche Akademie Rom Villa Massimo, gegründet 1913, beherbergt bis dato für den Zeitraum eines Jahres die Träger des Rompreises: herausragende Künstler, darunter auch Schriftsteller, die diese Erfahrung nicht selten literarisieren. Der Gegenstand der Reflexion ist eins von Hanns-Josef Ortheils zahlreichen Italienbüchern – der ‚Institutionsroman‘ Rom, Villa Massimo. Wie schon Faustinas Küsse rekurriert dieses autofiktionale Werk auf Goethes Italienische Reise, den Gründungstext der deutschen Faszination für den Süden, und schreibt sich somit in die Tradition einer sensualistischen, antikisierenden, meist affirmativen Wahrnehmung der ‚Ewigen Stadt‘. Die Besonderheit von Ortheils quasi phänomenologischer ‚Methode‘ der ästhetischen Wahrnehmung ist die Reizbeschränkung mit dem Ziel, der Überforderung durch Roma aeterna Herr zu werden. Diese Funktion, die sich in der Fenster-Symbolik ausdrückt, erfüllt im Roman der Genius loci der Villa Massimo.

Schlüsselwörter: Rom, Hanns-Josef Ortheil, Villa Massimo, Institutionsroman, Fenster-Symbolik

Dank der Stipendien der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo steht die ‚Ewige Stadt‘, das Sehnsuchtsziel der deutschen Bildungsreisenden, bis auf den heutigen Tag vielen herausragenden deutschen Künstlern und Schriftstellern für ein Jahr offen. Seit 1913 beherbergt die Kultureinrichtung ihre Preisträger, anfangs nur bildende Künstler, seit 1957 auch Schriftsteller. Zu den Nutznießern des Stipendiums, die ihren Rom-Aufenthalt literarisch aufgearbeitet haben, zählen u.a. Martin Mosebach (Villa-Massimo-Stipendium 1995) und Hanns-Josef Ortheil (geb. 1951, Stipendien 1991 und 1993). Der folgende Beitrag nimmt vor allem den letztgenannten Autor...

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