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Crowdwork - Herausforderungen einer neuen Form der Beschäftigung für das deutsche Arbeitsrecht

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Benjamin Durst

Mit Crowdwork hat sich ein Markt für bezahlte Arbeit entwickelt, der es Unternehmen ermöglicht, Aufgaben flexibel an externe Arbeitskräfte zu vergeben. Diesem Phänomen geht der Autor nach, indem er zunächst im Rahmen einer allgemeinen rechtsdogmatischen Untersuchung die rechtlichen Beziehungen zwischen Crowdworkern und deren Auftraggebern eingehend analysiert. Im Kern wird sodann der Frage nachgegangen, unter welchen Umständen und in welchem Umfang das Arbeitsrecht nach der geltenden Rechtslage auf die Rechtsbeziehungen zwischen Crowdworkern und ihren Auftraggebern Anwendung findet. Vor dem Hintergrund der gefundenen Ergebnisse werden schließlich Vorschläge unterbreitet, anhand derer de lege ferenda eine Verbesserung der Rechtslage erreicht werden kann.

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G. Handlungsbedarf und Handlungsvarianten

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Die vorstehenden Untersuchungen haben gezeigt, dass Crowdworker nach geltendem Recht nicht zwingend als Soloselbständige einzuordnen sind. Sofern sich im konkreten Einzelfall eine entsprechende Schutzbedürftigkeit des Crowdworkers feststellen lässt, kommt durchaus eine Rechtsstellung als Heimarbeiter oder sogar als Arbeitnehmer in Betracht.892 Entscheidend für die Abgrenzung zur „bloßen“ Selbständigkeit ist das Vorliegen einer sozialen Schutzbedürftigkeit und einer zumindest wirtschaftlichen Abhängigkeit gegenüber dem Auftraggeber. Liegen die jeweils erforderlichen Voraussetzungen vor, stehen dem Crowdworker die entsprechenden Schutzmechanismen zur Verfügung.893

Jedoch wird insbesondere bei der Anwendung des Heimarbeitsgesetzes deutlich, dass die neu entstandenen digitalen Arbeitsformen, allen voran Crowdwork, bei der Schaffung der Regelungen noch nicht berücksichtigt wurden. Das Heimarbeitsgesetz soll in seiner derzeitigen Fassung vielmehr arbeitsrechtliche Sonderfälle erfassen, die auf die klassischen Arbeitsformen zurückzuführen sind. Daher besteht die Gefahr, dass Probleme, die bei den klassischen Arbeitsformen noch nicht vorhanden waren, nicht bzw. nicht hinreichend berücksichtigt und dementsprechend geregelt wurden. Auch zeigen die zu diesem Thema teilweise erheblich auseinandergehenden Meinungen der Literatur, dass eine Auslegung, wie sie hier vorgenommen wurde, an verschiedenen Stellen durchaus in Zweifel gezogen werden kann und die Dinge auch anders beurteilt werden können. Die deshalb bestehenden Unsicherheiten münden in die Frage nach dem Bedarf, die derzeit gültigen Vorschriften zu verändern, zu ergänzen oder gar neue Vorschriften zu schaffen.

Im Folgenden wird untersucht, inwieweit das geltende Recht bei der Regelung der Problematik Lücken aufweist. Dabei werden...

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