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Die Vita des Josef Busnāyā

Eine historische Quelle des Nordiraks des 10. Jahrhunderts

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Ralph Barczok

Der Band ist die erste größere Studie zur Vita von Josef Busnāyā. Diese Quelle beschreibt in großem Detailreichtum das alltägliche Leben im 10. Jahrhundert in einem ostsyrischen Kloster und seinem ruralen Umfeld in einer ansonsten schlecht dokumentierten Zeit und Region. Der Autor veranschaulicht das alltägliche Leben im Kloster, seine ökonomische Grundlage und das Verhältnis der Mönche zu ihrem christlichen und nicht-christlichen Umfeld und analysiert es im Kontext seiner historischen Situation. Das Ergebnis ist eine Momentaufnahme mit erstaunlichen Einsichten in das alltägliche, multireligiös geprägte Leben im Nordirak des 10. Jahrhunderts. Allerdings sind diesen durch die Natur der Quelle als hagiographischer Text Grenzen gesetzt.

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2. Die Vita des Josef Busnāyā

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Obwohl die Bedeutung der Vita des Josef Busnāyā für die Erforschung des Monastizismus der Kirche des Ostens immer wieder betont wurde, wurde der Text niemals ediert. Vorarbeiten zur Überlieferungsgeschichte des Texts liegen nicht vor, weswegen folgend eine Diskussion derselben geschehen soll.17 Sie ersetzt keine noch zu erfolgende textkritische Edition, soll aber die textuelle Grundlage dieser Arbeit absichern. Insgesamt sind 14 Handschriften in der Literatur belegt, die die Vita des Josef Busnāyā enthalten. Der Verbleib von zehn dieser Handschriften ist heute bekannt (s. Tab. 1), der Verbleib von vier weiteren ist unklar.18 Zusätzlich zu diesen sind Fragmente der Vita in drei Handschriften aus einer indischen Überlieferung erhalten (s. Tab. 2) sowie mehrere Handschriften, die etwa eine Seite der Vita im Werk des ʿAḇdmšiḥā von Ḥirtā überliefern.

Von diesen Handschriften lagen mir B, C (in Auszügen), E, M, T, V und W als Fotografie oder als Kopie eines Mikrofiche vor. Eine von mir geplante Reise, um die Handschriften K, L, U und die fehlenden Teile von C in den britischen Museen persönlich zu untersuchen, musste aufgrund der Beschränkungen durch die Corona-Pandemie leider entfallen. Aufgrund der Arbeit von Perczel kann jedoch eine Einschätzung der Version der Handschrift U erfolgen. Die mir als Fotografie vorliegenden Auszüge von C erlauben hier eine vorläufige Einschätzung. Keine Aussagen können jedoch zu K und L gemacht werden, von denen ich zudem erst nach der Abgabe meines Dissertationsmanuskripts erfuhr. Ebenso erschien es aufgrund...

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