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Lebendiger Islam

Praxis- und Methoden-Reflexion der islamisch-theologischen Studien in Deutschland

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Edited By Katharina Völker and Ertuğrul Şahin

Vorliegender Sammelband ist das Ergebnis der Forscher-Werkstatt Lebendiger Islam, welche 2019 an der Eberhard Karls Universität in Tübingen stattfand. Die AutorInnen gewähren Einblicke in Methoden und Ergebnisse ihrer mehrjährigen Studien, die vor allem muslimisches Leben im Hier und Jetzt ergründen. Sowohl die Lebendigkeit als auch die Ergiebigkeit der jungen Wissenschaftsdisziplin Islamische Theologie lassen sich hier am regen wissenschaftlichen Diskurs aber auch in den Praxisräumen des angewandten Muslim-Seins erkennen. Die Beiträge stammen von MitarbeiterInnen der Zentren für Islamische Studien in Frankfurt/Gießen und für Islamische Theologie in Tübingen, sowie dem Lehrstuhl für sozialwissenschaftliche Erforschung des Islam im Europa des 20. und 21. Jahrhunderts in Münster.    

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6 Das Internationale Theologieprogramm zwischen theoretischer Überlegung und praktischer Wirksamkeit: (Betül Karakoç)

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6 Das Internationale Theologieprogramm zwischen theoretischer Überlegung und praktischer Wirksamkeit

Betül Karakoç

Seit rund zwei Dekaden steht in den Diskursen und Auseinandersetzungen zu Moscheen in Deutschland die Frage um bestehende Problemfelder und die – in diesem Setting – erforderlichen Professionalisierungsentwicklungen auf personeller und struktureller Ebene im Vordergrund (beispielsweise unter Asil Tunca, 2012; Aslan, 2012; Baykal, 2012; Beinhauer-Köhler & Leggewie, 2009; Ceylan, 2008). Dabei rücken insbesondere Imame und religionsbeauftragte Frauen1 in den Fokus der Betrachtung (Asil Tunca, 2012; Baykal, 2012; Ceylan, 2010a). Aus einer dezidiert erziehungswissenschaftlich-pädagogischen Perspektive heraus können Imame und religionsbeauftragte Frauen in diesen sozialen Räumen als pädagogische Führungs- beziehungsweise Orientierungspersonen verstanden werden, die mit Blick auf die Bildung und Erziehung muslimischer Kinder und Heranwachsender, aber auch für die religiöse und spirituelle Orientierung muslimischer Erwachsener eine wichtige Rolle spielen (Näheres in den Arbeiten von Ceylan, 2008, 2009, 2010a; Özdil, 2011). Diese pädagogischen Orientierungspersonen bewegen sich in Spannungsfeldern, die sich zwischen Selbstwahrnehmung sowie gemeindeinternen und -externen Fremderwartungen aufspannen: Während einerseits die Gemeinden Erwartungen an ihre Imame und ihre religionsbeauftragten Frauen haben (Beiträge zu den Aufgabenbereichen von Imamen unter Ballnus, 2011; Ceylan, 2010b; Özdil, 2011), werden andererseits Erwartungen vonseiten der Politik, der Behörden oder von Schulen (implizit oder explizit) an die Moscheen herangetragen.2 Die Diskurse und Erwartungen tangieren somit (un)mittelbar die ←123 | 124→Arbeitsbereiche der Bediensteten. Anhand der folgenden Trias lassen sich die Spannungsfelder darstellen:



Dieser Einstieg wirft die Frage...

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