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Korruption und Compliance im Sport

Gegenstand, Umfang und Folgen der Korruptionspräventionspflicht im Sportverein

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Marie Vaudlet

Der Sport besitzt in der Gesellschaft eine herausragende Bedeutung, wodurch der sportliche Wettkampf auch zunehmend einen erheblichen Wirtschaftsfaktor darstellt. Hierdurch verstärken sich gleichzeitig die Risiken einer strafbaren Manipulation dieses Wettbewerbs, bspw. durch Doping oder Matchfixing. Gleichwohl spielt das Thema Compliance im Vereinsrecht bislang noch eine eher untergeordnete Rolle. Die Arbeit stellt die sportspezifischen, strafrechtlichen Risiken eines Sportvereins dar, deren Analyse die Grundlage der Präventionsarbeit bildet, und zeigt konkrete Maßnahmen zur Erfüllung der Präventionspflicht auf. Zudem werden die möglichen straf-, zivil- und ordnungswidrigkeitsrechtlichen Folgen einer mangelhaften oder fehlenden Ausübung dieser Pflicht beschrieben.

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A. Einleitung

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Die Schlagzeilen über korruptive Handlungsweisen im Sport waren zuletzt weltweit groß: Systematisches Doping unter staatlicher Aufsicht in Russland1 oder der Vorwurf der Bestechung im Zusammenhang mit der Vergabe der Fußball Weltmeisterschaft der Männer 2022 an Katar2 sind hierfür nur zwei Beispiele. Auch in Deutschland richtet sich der Fokus der Berichterstattung vermehrt auf Fälle korruptiven Verhaltens in Sportvereinen und -verbänden.3 Zu nennen sind hier nachgewiesene Beeinflussungen einer großen Anzahl von Fußballspielen durch Schiedsrichter,4 Koppelungsgeschäfte von Sponsoren mit Sportmannschaften5 oder die Verquickung von sportlichen Wettkämpfen mit Wirtschaft oder Politik.6 Die Vorwürfe beinhalten hierbei zumeist dieselben Delikte: Doping, Matchfixing, Vergabesachen, Sponsoring und Hospitality. Die handelnden Akteure eines Sportvereins variieren dabei zwischen aktiven Sportlern, die gedopt an einem Wettkampf teilnehmen, Trainern, die durch ihre Taktik absichtlich ein Spiel verschieben, und Funktionären, die sich bestechen lassen.

Durch die Vornahme dieser Straftaten setzen sich die Täter nicht nur einer eigenen strafrechtlichen Verfolgung aus, sondern bringen auch den Sportverein bei einer Aufdeckung der Tat in die Gefahr empfindlicher Sanktionen. Neben Geldzahlungen aus straf-, zivil- und ordnungswidrigkeitenrechtlichen Verfahren steht zudem ein enormer Reputationsverlust bevor, der dem Sportverein nicht nur ein schlechtes Image in der Presse einbringt, sondern auch zu schwindenden Mitgliederzahlen, nachlassenden Zuschauerzahlen, zurückgehenden Verkäufen ←13 | 14→von Merchandising-Artikeln und somit letztlich zu einem Umsatzverlust führt. Um diesen Gefahren zuvorkommen und die Reputation und das Vermögen des Vereins schützen zu können, ist es erforderlich, entsprechende Maßnahmen...

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